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meistro Newsletter 05/2015

© FotoHiero / pixelio.de

Zahl des Monats

Überschuss auf dem EEG-Konto liegt erstmals über 5 Milliarden Euro

Das Umlagekonto der Einnahmen und Ausgaben aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz hat ein neues Rekordhoch erreicht: Der Überschuss ging im April erstmals über die Marke von fünf Milliarden Euro hinaus. Das Gesamt-Guthaben auf dem gemeinsamen Umlagekonto der vier Übertragungsnetzbetreiber ist im Monat April von zuvor 4,80 Milliarden Euro um 4,4 Prozent auf nun 5,01 Milliarden Euro angestiegen. Im Februar hatte das Konto erstmals die Vier-Milliarden-Marke überschritten.

„Bei diesen Überschüssen müssen die Übertragungsnetzbetreiber im kommenden Jahr die EEG-Umlage drastisch senken“, fordert Mike Frank, Geschäftsführer der meistro Energie GmbH. „Nur wenn die Bürger an dieser Stelle merklich entlastet werden, steigt die Akzeptanz für den Strom aus Erneuerbaren Energien. Und letztlich steht das Geld den Verbrauchern sowie den Unternehmen zu, die es ja bereits vorab über ihren Strompreis bezahlt haben.“

Stromverbraucher profitieren vom wachsenden Guthaben heute noch nicht, denn die EEG-Umlage wird immer fürs laufende Jahr festgelegt. Allerdings könnte der Anstieg bedeuten, dass der Umlagesatz im kommenden Jahr erneut sinkt. Derzeit liegt die EEG-Umlage bei 6,17 Cent pro kWh, nachdem sie gegenüber 2014 zum ersten Mal überhaupt seit der Einführung zurückgegangen war. Die EEG-Umlage für 2016 wird von den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur Mitte Oktober bekanntgegeben.

Außerdem könnten weitere Industriezweige vom wachsenden Plus auf dem Umlagekonto profitieren. So soll die Begünstigung stromintensiver Industrieunternehmen auf weitere Unternehmen ausgeweitet werden. Das betrifft die Branchen der oberflächenveredelnden und wärmebehandelnden Unternehmen sowie Hersteller von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen. Sie sollen in Zukunft in den Anwendungsbereich der sogenannten "Besonderen Ausgleichsregelung" des EEG fallen. Bereits mit der Anpassung im Oktober könnten die beiden neuen Industriezweige entlastet werden. Die Ausnahmeregelung für Großverbraucher zielt darauf ab, besonders energieintensive Unternehmen für den internationalen Wettbewerb zu entlasten.