meistro Newsletter 07/2016

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Energieversorgung

Der Fall Care-Energy: 100.000 Stromkunden fallen in die Grundversorgung zurück

Der Energieversorger Care-Energy bleibt in den Negativschlagzeilen. Nachdem bereits im Juni der Berliner Netzbetreiber 50 Hertz seinen Vertrag mit dem Unternehmen gekündigt hatte, löste nun mit Tennet der zweite der vier großen deutschen Übertragungsnetzbetreiber seine Vertragsbeziehungen zu Care-Energy auf. Grund hierfür sind laut Tennet ausstehende EEG-Abschlagszahlungen. Care-Energy wirft dem Netzbetreiber wiederum vor, ungerechtfertigt hohe Abschlagszahlungen zu verlangen.
 
Für die Kunden von Care-Energy ist die Konsequenz in jedem Fall, dass sie nicht mehr von Care-Energy mit Strom beliefert werden können. Zwar ist ihre Stromversorgung weiterhin gesichert, da sie automatisch in die Ersatzversorgung ihres örtlichen Grundversorgers zurückfallen. Durch den vergleichsweise teuren Grundversorgungstarif könnte die Stromrechnung für sie jedoch deutlich höher als zuvor ausfallen.
 
Verbraucherschützer raten betroffenen Kunden, ihre Zählerstände umgehend abzulesen und die Daten dem Netzbetreiber, dem örtlichen Grundversorger sowie Care-Energy mitzuteilen. Daueraufträge sollten gestoppt und unklare Rechnungen auf keinen Fall gezahlt werden. Laut Verbraucherzentrale Brandenburg könnte den in die Grundversorgung gefallenen Kunden ein Sonderkündigungsrecht zustehen, sie sollten sich also so schnell wie möglich über einen Wechsel informieren und nach einem neuen Anbieter umsehen.