meistro Newsletter 11/2016

© Bernd Kasper / pixelio.de

Energieversorgung

„Grüne“ Stromleitung zwischen Deutschland und Norwegen geplant

NordLink ist ein Projekt gigantischen Ausmaßes: Ein Stromkabel mit einer Kapazität von 1.400 Megawatt wird in einer Meerestiefe von bis zu 410 Metern durch deutsche, dänische und norwegische Hoheitsgewässer verlegt und soll künftig den deutschen und norwegischen Strommarkt miteinander verbinden. Mehr als 3,6 Millionen Haushalte und Unternehmen sollen so mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgt werden.
 
Das zwei Milliarden Euro teure Vorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt von Tennet, Statnett und der KfW IPEX-Bank. Das Ziel: Durch das Seekabel-Projekt sollen die Energiepreise stabilisiert werden. Das soll vor allem den Verbrauchern zugutekommen: Produzieren Windkraftanlagen und Solarzellen in Deutschland nur wenig Strom, kann über NordLink Energie aus norwegischer Wasserkraft importiert werden. Gleiches gilt für den Export von deutschem Strom nach Norwegen. Wasserreservoire in Norwegen fungieren dabei gewissermaßen als „Energiespeicher“. Auf diese Weise erhöht sich für beide Länder die Versorgungssicherheit.
 
Durch die Streckenlänge und hohe Übertragungsleistung wird eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) verlegt. Verglichen mit Wechselstrom treten dabei weniger Verluste auf. In Wilster in Schleswig-Holstein und im norwegischen Tonstad werden jeweils Konvertstationen positioniert, an denen der übertragene Strom von Gleich- in Drehstrom umgewandelt und schließlich in das jeweilige Übertragungsnetz eingespeist wird.
 
NordLink soll Ende 2019 in den Probebetrieb gehen. Ein Jahr später ist die Fertigstellung geplant.