meistro Newsletter 10/2016

© Rainer Sturm / pixelio.de

Energieversorgung

Abu Dhabi und Dubai liefern sich Solarstrom-Preiskampf

Es sind Preise, die bisher kaum vorstellbar waren: Im Solarpark „Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum“ der Dubai Electricity & Water Authority (DEWA) soll bald Solarstrom für 2,6 Eurocent pro Kilowattstunde produziert werden. Diesen Erzeugungspreis hat das Konsortium aus dem halbstaatlichen Unternehmen Masdar mit Sitz in Abu Dhabi und dem Madrider Projektentwickler Fotowatio Renewable Ventures (FRV) zugesichert, das den Zuschlag für den Betrieb der Anlage mit einer Spitzenleistung von 800 Megawatt erhalten hat. Vor wenigen Tagen wurde der Rekordpreis jedoch unterboten, als in Abu Dhabi für ein geplantes Solarkraftwerk ein Gebot von 2,15 Eurocent abgegeben wurde. Für das Angebot zeichnet ein Konsortium aus Jinkosolar und Marubeni verantwortlich, ausgeschrieben hatte die Abu Dhabi Elektrizitäts- und Wasserbehörde (ADWEA). Das Angebot umfasst 350 Megawatt (MW) Leistung, die Ausschreibung ist noch nicht abgeschlossen.
 
In Dubai hatte im Januar 2015 noch die saudi-arabische Acwa Power International den Zuschlag für die erste Ausbaustufe des Solarparks erhalten, weil sie 5,11 Eurocent garantiert hatte. Insgesamt soll der Solarpark 5.000 Megawatt erreichen – mehr als ein großes Kohlekraftwerk liefert. Dafür werden allerdings auch 13,6 Milliarden US-Dollar investiert. Zwei wesentliche Faktoren für den günstigen Solarstrom aus den Emiraten sind die drastisch gefallenen Preise für Solarzellen und die besonders hohe Sonneneinstrahlung: In Dubai werden jährlich 2.300 Kilowattstunden Solarstrom pro Kilowatt Leistung produziert, in Deutschland sind es allenfalls 800 Kilowattstunden.