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meistro Newsletter 12/2016

© Rike / pixelio.de

Energiemarkt II

Energiewende: Neues Stromgesetz garantiert Versorgungssicherheit

Eine der wichtigen Bedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien ist die Sicherstellung einer kostengünstigen und verlässlichen Stromversorgung. Insbesondere die Wind- und Solarenergie sind aber von wetterbedingten Schwankungen betroffen. Um diese Unregelmäßigkeiten auszugleichen und den Stromimport auf ein Minimum zu reduzieren, hat die Bundesregierung im Juli ein neues Gesetz verabschiedet. Das sogenannte Strommarktgesetz soll die Versorgungssicherheit im Rahmen der Energiewende gewährleisten. Es stellt die größte Reform des Strommarktes seit der Liberalisierung in den 90er-Jahren dar.
 
Laut dem Gesetz soll die Stromversorgung künftig mithilfe einer neu geschaffenen Kapazitätsreserve abgesichert werden. Diese ist strikt vom Strommarkt getrennt und kommt laut Bundesregierung nur dann zum Einsatz, „wenn trotz freier Preisbildung an der Strombörse kein ausreichendes Angebot existiert, um einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu ermöglichen“. Die Kapazitätsreserve soll zunächst einen Umfang von zwei Gigawatt haben und erstmals im Sommer 2017 ausgeschrieben werden. Ab dem Winterhalbjahr 2018/2019 soll sie dann zur Verfügung stehen.
 
Um zeitgleich die Klimaschutzziele im Stromsektor für 2020 zu erreichen, werden zudem deutsche Braunkohlekraftwerke laut dem Gesetz ab 2016 zunächst in „Sicherheitsbereitschaft“ versetzt und anschließend endgültig stillgelegt. Diese Kraftwerke sollen vorübergehend als letzte und befristete Absicherung der Stromversorgung dienen, wenn es – so die Bundesregierung – „wider Erwarten trotz freier Preisbildung am Strommarkt nicht zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage kommt“. Dies treffe beispielsweise bei nicht vorhersehbaren extremen Wettersituationen zu.