meistro Newsletter 10/2015

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Energiemarkt

Die EEG-Umlage steigt wieder

Pünktlich zum 15. Oktober haben die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für das Jahr 2016 festgelegt. Demnach wird die Umlage für Ökostrom um knapp drei Prozent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde ansteigen – der höchste Stand seit der Einführung der umlagefinanzierten Vergütung von Strom aus erneuerbaren Energien. Für das Jahr 2015 war die Umlage erstmals leicht auf 6,17 Cent/kWh gesunken, nachdem sie zuvor in jedem Jahr gestiegen war. Der bisherige Höchststand lag im Jahr 2014 bei 6,24 Cent/kWh.
Die EEG-Umlage setzt sich zusammen aus der Differenz zwischen dem Preis, den die Kilowattstunde an den Großhandelsbörsen kostet, und dem, was die Hersteller von Ökostrom als Vergütung bekommen. Je nachdem, wie viel Ökostrom in einem Jahr produziert und ins Netz eingespeist worden ist und wie hoch die Vergütungssätze ausfallen, variiert die Höhe der EEG-Umlage.
Laut der vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW ist die Erhöhung notwendig, weil im kommenden Jahr mit einer weiterhin steigenden Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen und dadurch mit Kosten in Höhe von 23,1 Milliarden Euro zu rechnen sei.
Die Erhöhung der EEG-Umlage wird dabei insbesondere von den Privatverbrauchern getragen, denn die Rabatte für die energieintensive Industrie wurde unlängst auf weitere Branchen ausgeweitet. Das sei notwendig, um die deutschen Unternehmen im globalen Wettbewerb nicht zu benachteiligen. Erst im Sommer wurden auch die oberflächenveredelnden und wärmebehandelnden Unternehmen sowie die Hersteller von Schmiede-, Press-, Zieh- und Stanzteilen in das Rabattsystem aufgenommen.
Allerdings gäbe es auch Alternativen, zum Beispiel auf Basis neuer Fördersysteme. Denn der in Deutschland produzierte EEG-Strom kann heute nicht als zertifizierter Ökostrom an Unternehmen verkauft werden, sondern wird lediglich an der Strombörse vermarktet. Laut einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wären allerdings 37 Prozent der Unternehmen in Deutschland bereit, mehr Geld für den Bezug von Ökostrom aus Deutschland auszugeben. Weil der deutsche EEG-Strom aber nicht zertifiziert ist, beziehen viele Unternehmen ihren Ökostrom im Ausland. Der ist natürlich genauso grün, hat aber keine Auswirkungen auf die EEG-Umlage und kann diese dadurch auch nicht entlasten.