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meistro Newsletter 04/2015

© Uwe Schlick / pixelio.de

Energiemarkt

Die Energiewende: Next Steps im Strommarkt

Die Energiewende ist in Deutschland schon längst Realität. Der Strommarkt hängt allerdings noch etwas hinterher, betrachtet man die Herausforderungen, die die flächendeckende Umstellung auf Erneuerbare Energie mit sich bringt: Kernkraftwerke gehen – auch außerhalb Deutschlands – reihenweise vom Netz. Kohlekraftwerke werden aufgrund der verstärkten Einspeisung von erneuerbaren Energien zunehmend unrentabel. Gleichzeitig wachsen die europäischen Strommärkte immer stärker zusammen. Ergo: Eine Neugestaltung des Strommarkts wird notwendig, weil die Erneuerbaren anders „funktionieren“ als die konventionellen Energiequellen.

Um diesen neuen Bedingungen gerecht zu werden und gleichzeitig das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am Markt zusammenzubringen, bedarf es einiger Anpassungen. Wie das vonstattengehen kann, zeigt jetzt eine Energie-Agenda des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi), das die Weichen für einen passenden Strommarkt stellen will. Dieses Eckpunktepapier umfasst insgesamt zehn Punkte, insbesondere geht es aber um folgende Bereiche:

•    <b>Weiterentwicklung des Strommarkts:</b> Maßnahmen für einen neuen Strommarkt sind laut Eckpunktepapier z.B. die Verbesserung der Bilanzkreisbewirtschaftung. Das bedeutet, dass die verantwortlichen Stromversorger dazu verpflichtet werden, für ihre Kunden ausreichend Strom einzukaufen. Wer weniger eingekauft hat als benötigt, trägt dafür die Kosten. Außerdem sollen die wetterbedingten Schwankungen der erneuerbaren Energien durch verbesserte Flexibilitätsoptionen ausgeglichen werden. So sollen flexible Kraftwerke, die Kraft-Wärme-Kopplung, der europäische Stromhandel, Lastmanagement und Speicher künftig in einem fairen Wettbewerb um die besten Lösungen konkurrieren. Eine Kapazitätsreserve für Notfälle soll den Strommarkt zusätzlich absichern.
•    <b>Beitrag zum Klimaschutz:</b> Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel kündigte im Rahmen des Eckpunktepapiers an, einen sogenannten „Klimabeitrag“ einzuführen, um die zusätzlich notwendigen 22 Millionen Tonnen CO2 im Stromsektor einzusparen. Dabei müssen die Kraftwerksbetreiber einen "Klimabeitrag" leisten, sofern ein Kraftwerksblock über einen Freibetrag hinaus CO2 ausstößt. Dies gilt aber nur für Kraftwerke, die am europäischen Emissionshandel teilnehmen und älter als 20 Jahre sind.
•    <b>Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung:</b> Gabriel stellte auch dar, wie in Zukunft die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gefördert wird, die im Rahmen der Energiewende auch weiterhin eine bedeutende Rolle spielen soll. Dafür soll zunächst das KWK-Gesetz erneuert werden. Dies umfasst u.a. ein Ausbauziel des KWK-Anteils von 25 Prozent an der thermischen Stromerzeugung.
•    <b>Netzausbau:</b> Der Netzausbau soll vorangetrieben werden, um heutige und künftige Netzengpässe zu beseitigen. So sollen Kunden in ganz Deutschland Zugang zu den jeweils kostengünstigsten Angeboten für Strom am Großhandelsmarkt haben. Eine landesweit einheitliche Preiszone soll erhalten bleiben.

<link bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/eckpunkte-papier-strommarkt>Das Eckpunktepapier des BMWi können Sie hier nachlesen</link>