meistro Newsletter 08/2015

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Energiemarkt

Die Energiewende wird immer teurer

Die Kosten für die Energiewende sind auf rund 28 Milliarden Euro angewachsen. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Verantwortlich sind laut IW neben den Kosten für die Förderung der erneuerbaren Energien vor allem auch die Kosten des Netzausbaus, die im Zuge der Energiewende notwendig geworden sind. Die Studie berücksichtigt auch die jüngsten Beschlüsse zur zusätzlichen Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und zum Aufbau einer Kapazitätsreserve.
Die IW-Berechnungen zeigen deutlich, wie teuer die Energiewende tatsächlich ist. Rund 270 Euro zahlt ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom im Jahr – allein für die Umsetzung der Energiewende. Auch die Belastung für Unternehmen ist entsprechend hoch.
Gleichzeitig wollen die Energieversorger weitere Kraftwerke abschalten, weil diese mit der zunehmenden Einspeisung erneuerbarer Energien immer weniger rentabel werden. Laut Zahlen der Bundesnetzagentur sollen insgesamt 57 konventionelle Kraftwerke abgeschaltet werden. Das sind neun mehr als noch Anfang des Jahres angekündigt.
Um die Versorgungssicherheit müssen sich Stromkunden allerdings keine Sorgen machen. Laut Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, erreichte der SAIDI-Wert, der die durchschnittliche Unterbrechungsdauer je angeschlossenem Letztverbraucher ausdrückt, 2014 den niedrigsten Wert seit Beginn der systematischen Erfassung im Jahr 2006.
Ein maßgeblicher Einfluss der Energiewende und der steigenden dezentralen Erzeugungsleistung auf die Versorgungsqualität ist laut Homann jedenfalls in keiner Form erkennbar.