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meistro Newsletter 11/2016

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Energiemarkt

Wie eine Änderung der EEG-Umlagebasis die Energiewende vorantreiben könnte

Auch 2017 treiben staatliche Abgaben und Umlagen den Strompreis weiter in die Höhe: Allein die EEG-Ökostromumlage steigt um circa acht Prozent. Neben der Belastung für Verbraucher, hat diese Entwicklung noch einen weiteren, negativen Nebeneffekt, denn die hohen Preise hemmen die Ausweitung der Energiewende auf den Wärme- und Verkehrssektor. Gerade Wärmestromanwendungen auf Basis erneuerbarer Energien haben es bisher schwer, mit den vergleichsweise niedrigen Preisen der rein fossilen Heizstoffe zu konkurrieren. Eine mögliche Lösung für dieses Problem könnte die Verbreiterung der EEG-Umlagebasis auf den Endenergieverbrauch im Wärme- und Verkehrssektor sein.
 
Welche Auswirkungen diese Ausweitung der EEG-Umlage auf Heizöl, Benzin und Diesel oder Erdgas haben könnte, hat nun die Kurzstudie „Möglichkeiten zur Umgestaltung der EEG-Umlagebasis“ des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) untersucht.
 
Die Studie bestätigt die Annahme, dass eine Änderung der EEG-Umlagebasis Stromverbraucher deutlich entlasten könnte. Um mehr als die Hälfte könnte die EEG-Umlage demnach sinken. Zudem würde dadurch eine Belastung von Energieträgern je nach CO2-Emission ermöglicht und wenig umweltfreundliche Energieträger wie Heizöl, Benzin und Diesel oder Erdgas stärker belastet. Dadurch könne die Maßnahme eine ökologische Lenkungswirkung entfalten. Eventuelle Mehrkosten für dieses Modell wären durch die günstigen Preise der CO2-intensiven Brennstoffe Öl und Gas bereits überkompensiert.
 
Da jede Entscheidung für eine rein fossile Heizung Emissionen für 20 bis 30 Jahre bedeutet, ist laut bne dieser Schritt besonders wichtig. „Die Energiewende stirbt im Heizungskeller, wenn dem Einzelnen nicht klar wird, dass die Integration von erneuerbaren Energien in sein Heizkonzept der richtige Weg ist“, warnte Robert Busch Geschäftsführer des bne.
 
Ob es tatsächlich zu einer Änderung der EEG-Umlagebasis kommt, wird sich im nächsten Jahr zeigen: Gemäß dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung, soll die Anreiz- und Lenkungswirkung der bestehenden Energiepreisbestandteile in Form von Abgaben, Umlagen und Steuern bis Mitte 2017 überprüft werden.