meistro Newsletter 02/2015

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Energiemarkt

Energieverbrauch erreicht 2014 voraussichtlich niedrigsten Wert seit 25 Jahren

Immer weniger Kunden beziehen ihren Strom über die Grundversorgung. Ende des vergangenen Jahres stellte die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen eine Anfrage an die Bundesregierung, wie hoch der Anteil derjenigen Haushalte ist, die einen Grundversorgungstarif in Anspruch nehmen. Nach Auskunft der jährlichen Monitoringberichte von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt sinkt die Zahl der Haushaltskunden in der Grundversorgung beständig. Noch im Jahr 2010 lag der Anteil, der seinen Strom über die Grundversorgung bezieht, bei fast 45 Prozent, im Jahr 2011 bei 39,8 Prozent und im Jahr 2012 bezogen nur noch rund 37 Prozent der Haushalte den Strom über die Grundversorgung. Auch für das Jahr 2013 zeichnet sich eine Fortsetzung dieser Entwicklung ab.

Grundversorger sind in der Regel diejenigen Energieanbieter, die die meisten Kunden im öffentlichen Versorgungsnetz mit Strom und/oder Gas versorgen. Die ursprüngliche Idee hinter der Grundversorgung ist, alle Haushalte zu einem angemessenen Preis mit Energie zu versorgen, selbst wenn sie dezentral liegen und sich aus rein wirtschaftlichen Gründen die Versorgung für das Energieunternehmen oder den Staat nicht lohnen würde.

Der Grundversorgungstarif dient damit der staatlichen Daseinsvorsorge – und ist in den allermeisten Fällen teurer als die Angebote der anderen Energieanbieter auf dem freien Markt. In einer Studie zu den Strompreisen aller 106 nordrhein-westfälischen Grundversorger ermittelte beispielweise die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dass die Preise teilweise bis zu 25 Prozent über dem Branchendurchschnitt lagen. So empfiehlt auch die Bundesregierung in ihrer Beantwortung zur Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen, regelmäßig einen Lieferanten- oder Tarifwechsel zu prüfen.