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meistro Newsletter 04/2015

© REK / pixelio.de

Energieeffizienz

So sparen Tankstellen Energie

Nach Berechnungen des Branchenmagazins tankstellen markt schlägt bei Tankstellen allein die Stromrechnung mit durchschnittlich rund 35.000 Euro pro Jahr zu Buche. Energie noch effizienter zu nutzen ist daher das Gebot der Stunde. Durch ein abgestimmtes Energiemanagement und die Modernisierung von Licht- und Heizungsanlagen sowie eventuell vorhandener Kühleinrichtungen können die Kosten oftmals stark reduziert werden. Allein bei der Beleuchtung sehen Experten ein Einsparpotenzial von 50 bis 70 Prozent bei vielen Tankstellen. Vor dem Hintergrund, dass allein die Außenbeleuchtung einer Tankstelle bis zu 30 Prozent der gesamten Energie verbraucht, lohnt sich eine Überprüfung und Anpassung der Beleuchtungsquellen, etwa durch die Installation von modernen LEDs. Ähnliches gilt für die Innenbeleuchtung: Je weniger auf natürliches Licht zurückgegriffen werden kann und je öfter die Tankstelle auch nachts geöffnet bleibt, desto mehr wird hier verbraucht. Für größere Tankstellen ist die Produktion von eigenem Strom eine gute Alternative. Eine Solaranlage auf dem Dach kann den Strombezug drastisch reduzieren. Gerade die großzügigen, ungenutzten Dachflächen von Tankstellen eignen sich hervorragend für den Einsatz von Photovoltaik Modulen. Wenn tagsüber, wie bei Tankstellen, die von Sonnenauf- bis Sonnenunteruntergang geöffnet sind, ein hoher Strombedarf besteht, sind sie ein besonders wirkungsvolles Mittel.
 
Nicht aus den Augen gelassen werden sollten die Kosten für Lüftung und Heizung: Hier gilt es, die Anlagen regelmäßig zu warten und gegebenenfalls anzupassen, um Verluste – zum Beispiel durch ungenutzte Abwärme – zu minimieren. Hier lohnt es sich, wie auch im Bereich der Beleuchtung, durch eine professionelle Energieberatung den Ist-Zustand zu bestimmen und daraufhin sinnvolle Effizienzmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Beratungen werden auch öffentlich gefördert, so dass die Investitionen in eine professionelle Unterstützung keinen großen Kostenaufwand erfordern.
 
Gleichzeitig gibt es aber auch viele Maßnahmen, die ohne aufwendigere Analyse und Investitionen wirksam sind. So sind zum Beispiel Kühl- und Gefriergeräte im Warenverkaufsbereich mitunter große Stromfresser: Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland sind bis zu 15 Prozent Einsparungen realistisch, wenn Truhen regelmäßig gewartet und richtig befüllt werden. Hier hilft bereits ein Blick in die Gebrauchsanleitung und das regelmäßige Abtauen. Verbreitet sind auch offene Kühltruhen ohne Glasabdeckungen. Eine Nachrüstung ist hier unbedingt zu empfehlen.
Aber auch andere Geräte, die mit einem Stecker ausgestattet sind, tragen oft zu einem erhöhten Stromverbrauch bei, ohne dass es gleich ins Auge sticht. Würstchensteamer oder Heizlüfter werden oft nur kurz genutzt, tragen in der Summe aber auch zum Energieverbrauch bei. Sinnvoll ist es hier, mithilfe eines Leistungsmessgeräts (die es schon für unter 100 Euro im Fachhandel gibt) zu überprüfen, wie viel die Geräte verbrauchen. Gegebenenfalls kann direkt verglichen werden, was neue, kostensparende Modelle leisten. Bei den Leistungsmessgeräten sollte darauf geachtet werden, dass man ein kabelgebundenes Gerät kauft, bei dem der Durchgangsstecker von Messgerät und -anzeige durch ein Kabel getrennt ist. Der Durchgangsstecker lässt sich so an nahezu jedem Gerät problemlos installieren und die Anzeige ist jederzeit zugänglich, kann aber zwischendurch auch an einer unauffälligen Stelle platziert werden. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Geräte Leistungen bis mindestens 4 kW erfassen können, Spitzenlasten registrieren und auch Durchschnittswerte anzeigen.