meistro Newsletter 07/2015

© Karl-Heinz Laube / pixelio.de

Energieeffizienz

Einzelhandel hat noch Einsparpotenzial nach oben

Die jüngst veröffentlichte Studie „Energieeffizienz im Einzelhandel. Analyse des Gebäudebestandes und seiner energetischen Situation“ der dena hat den bislang nur sehr lückenhaft erfassten energetischen Zustand von Handelsgebäuden in Deutschland unter die Lupe genommen. Der Einzelhandel ist eine wichtige Verbrauchsgruppe, denn seine Gebäude weisen nach Büroimmobilien den zweithöchsten Energiebedarf von gewerblich genutzten Immobilien in ganz Deutschland auf. Der größte Teil der Handelsgebäude wurde bereits vor vielen Jahrzehnten erbaut und damit oft noch vor dem 1. November 1977, an dem die erste Wärmeschutzverordnung in Deutschland in Kraft trat. Somit sind die meisten von ihnen unter den Gesichtspunkten der Energieeffizienz wenig fortschrittlich.
 
Das Thema Energiemanagement wird zwar in vielen Handelsunternehmen durchaus ernst genommen, jedoch beschränken sich die Maßnahmen laut der Studie meistens auf die strombetriebene Anlagentechnik. Gebäudehüllen und die Wärmeversorgung werden dabei häufig außer Acht gelassen, bemängelt die Studie. Viele Verkaufsflächen des Lebensmitteleinzelhandels befinden sich in gemieteten Gewerbeimmobilien, weshalb sich der Handel meist auf die Einsparpotenziale in den Bereichen Kühlung und Beleuchtung konzentriert. Im Non-Food-Bereich stellt vor allem das Thema Wärme ein großes bisher weitgehend ungenutztes Effizienzpotenzial dar.
 
Die Umsetzung entsprechender Maßnahmen zur Senkung des Energie- und Wärmeverbrauchs im Einzelhandel ist nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht für die Betriebe essentiell: „Auch für das Gelingen der Energiewende spielt eine bessere Energieeffizienz von gewerblich genutzten Immobilien eine wichtige Rolle“, erklärt der dena-Geschäftsführer Ulrich Benterbusch.
Daher will die dena gemeinsam mit mehreren Kooperationspartnern wie etwa dem Handelsverband Deutschland (HDE) eine Folgestudie aufsetzen, die noch genauere Daten über den energetischen Zustand der Gebäude liefern und dabei helfen soll, Strategien und Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz in Nichtwohngebäuden zu entwickeln.