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meistro Newsletter 01/2017

© H.D.Volz / pixelio.de

Energieeffizienz

Auf dem Weg zu einem neuen Leitbild für Energieeffizienz

Mit dem Grünbuch Energieeffizienz spricht die Bundesregierung zentrale Herausforderungen im Bereich der Energieeffizienz an und schlägt verschiedene Lösungsansätze vor. Das Problem ist: Das darin formulierte Effizienzleitbild ist schon längst nicht mehr zeitgemäß. Denn noch immer wird von einem System ausgegangen, dass sich in großen Teilen auf eine Energieversorgung aus rein fossilen Brennstoffen wie Erdöl oder Kohle konzentriert. Im Zuge der Energiewende beginnen aber immer mehr Privatpersonen und Unternehmen, ihre Energie dezentral und CO2-neutral aus erneuerbaren Energien wie der Solarenergie zu erzeugen und machen sich damit unabhängig vom zentralen Strommarkt. Zudem wird in einem System, das sich immer mehr aus regenerativen Energien speist, Flexibilität viel wichtiger als das einfache Stromeinsparen.
 
So wie sich also unsere Energiewelt wandelt, muss sich auch unser Effizienzleitbild weiterentwickeln. Das Motto dabei lautet: Mehr Gesamteffizienz im Energiesystem statt einfaches Sparen. Übergeordnetes Ziel muss ein System sein, das die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr miteinbezieht und sie intelligent verknüpft. Außerdem müssen dabei sowohl regionale Standortfaktoren, als auch lokale Unterschiede berücksichtigt werden. In einem Satz: Wir müssen in der Lage sein, jede erzeugte Kilowattstunde Strom und jede Investition optimal im Interesse der Verbraucher und im Sinne des Gesamtsystems einzusetzen. Dabei kommt den neuen, intelligenten Mess- und Steuersystemen wie etwa Smart Metern eine Schlüsselrolle zu, denn nur durch sie wird eine erfolgreiche Verbindung der über 1,5 Millionen Stromerzeuger und großen Verbraucher erst möglich.
 
Ob sich diese Erkenntnis auch im Rahmen des Dialogprozesses auf Seiten der Politik durchgesetzt hat, werden wir voraussichtlich noch im Frühjahr dieses Jahres erfahren, dann soll einen Bericht zum Dialogprozess erscheinen. Darin werden unter anderem konkrete Handlungsempfehlungen formuliert werden, die dann Eingang in das „Weißbuch Energieeffizienz“ finden.