meistro Newsletter 01/2017

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Elektromobilität II

CO2-Zertifikatehandel auch für Autos

Der Verkehr in Europa soll CO2-ärmer gestaltet werden, dies ist eines der großen Ziele der EU-Kommission. Laut einem aktuellen Vorschlag soll die emissionsarme Mobilität dabei kosteneffizient und unter Wahrung von Technologieneutralität erreicht werden. Dies bedeutet, dass die Europäische Union keine konkreten technischen Vorschriften für die Autohersteller erlässt, sondern lediglich Kohlenstoffdioxid-Grenzwerte festlegt, an die sich die Herstellerhalten müssen ? ganz gleich, mit welcher Art von Antrieb. So ist bis 2050 eine Senkung der CO2-Werte um 80 Prozent gegenüber den Werten von 1990 vorgesehen.
 
Das CEP kritisiert nun diese Pläne mit dem Hinweis auf die natürlichen technischen Grenzen der Emissionseinsparung bei konventionellen Autos und verweist darauf, dass trotz neuer Auflagen und effizienteren Wagen die CO2-Belastung nicht sinke. Dies liege vor allem daran, dass überproportional mehr Neuwagen gekauft werden. Um dieses Problem zu lösen, schlägt die Denkfabrik stattdessen vor, den gesamten Verkehrssektor, in den schon vorhandenen CO2-Emissionshandel zu integrieren. Dieser sei für rund eine Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich und die Hauptursache für die Luftverschmutzung in den Städten.
 
Ursprünglich war der EU-Emissionshandel (EU-ETS) dafür gedacht, den Ausstoß von CO2 zu verringern, indem er energieintensive Unternehmen dazu zwingt, in emissionsarme Technologien zu investieren. Unternehmen müssen dabei für jede ausgestoßene Tonne CO2 ein Zertifikat kaufen. Schon heute ist der Verkehr dadurch teilweise betroffen, da Züge, Elektroautos und innereuropäische Flüge ebenfalls mit CO2-Zertifikaten handeln müssen. Eine Erweiterung auf den gesamten Verkehr würde dagegen auch Fahrer von Dieseln und Benzinern betreffen. Diese würden durch ihren deutlich höheren CO2-Ausstoß besonders stark finanziell belastet werden, was wiederum einen Anreiz für den Umstieg auf emissionsärmere Fahrzeuge schafft.
 
Dafür müsste laut Ansicht der Experten jedoch zuerst einmal der Markt für Zertifikate repariert werden: Die dortigen Preise liegen durch die jahrelange Überschwemmung mit kostenlosen Papieren bei derzeit sechs Euro pro Tonne. Laut den Berechnungen von CEP wären jedoch erst Preise von 30 bis 40 Euro wirklich sinnvoll.