meistro Newsletter 04/2016

Elektromobilität

Ein europäisches Tankstellennetz für Elektroautos

„Ähnlich wie die ersten Automobile, die wie Kutschen ausgeschaut haben, versucht man heute im Infrastrukturbereich für Elektrofahrzeuge das Tankstellenmodell nachzubilden“, kritisiert der österreichische Unternehmer Fritz Vogel die bisherigen Ansätze zum Aufbau einer tragfähigen Infrastruktur für Elektroautos. Vogel führt gemeinsam mit Franz Schodl das IT-Dienstleistungs-Start-up Enio, das in den kommenden Jahren rund 90.000 Ladestellen für Elektroautos vernetzen will.
 
Im ersten Schritt wollen die beiden dafür auf ihrer Firmen-Homepage bereits vorhandene E-Ladestellen von Unternehmen vernetzen, sodass Fahrer von Batterieautos kostenlos Ladepunkte über die Website oder die App suchen und buchen können. Im zweiten Schritt soll über die Marke „youCharge“ eine Art Ladestellen-Sharing eingeführt werden, womit Privatleute ihre öffentlich zugänglichen Ladestationen anderen gegen Bezahlung zur Verfügung stellen können. Nach einer Investition von rund 1.300 Euro für die Installation, könnten sie so auf rund 300 bis 400 Euro Nettoertrag hoffen. An der Vermarktung und Abrechnung verdient Enio im selben Zeitraum etwa 100 Euro.
 
Enio will so auch ein vernünftiges Energiemanagement unterstützen: „Mit diesem System werden E-Fahrzeuge vorzugsweise dann laden, wenn erneuerbare Energie zur Verfügung steht und der Energiepreis günstig ist“, sagt der Gründer Vogel. Damit stiegen dann auch die Absatzmöglichkeiten und die Effizienz der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig würde das Problem der hohen Volatilität von Wind- und Sonnenenergie angegangen. Für das Ladestellenkonzept sammeln Vogel und Schodl derzeit noch Geld auf der Online-Crowdfounding-Plattform Companisto.