meistro Newsletter 02/2017

© Daniel Bönnighausen / pixelio.de

Elektromobilität

Bundesumweltministerin will Quote für E-Autos

Der Absatz von Elektroautos ist in Deutschland noch immer zu niedrig. So wurden 2016 gerade einmal 11.410 elektrisch betriebene Autos neu angemeldet. Wenn es keine Trendwende gibt, verfehlt die Bundesregierung das selbstgesteckte Ziel, eine Million E-Autos bis 2020 auf Deutschlands Straßen zu bringen, um Längen. Daher hatte das Bundeswirtschaftsministerium im Sommer 2016 eine staatliche Prämie für den Kauf eines neuen E-Autos versichert. Seitdem sind aber gerade mal 9.000 Anträge für die Prämie eingegangen.
 
Es braucht also mutigere Vorstöße, um das Ziel zu erreichen. Gerade vor dem Hintergrund, dass Deutschland sich dazu verpflichtet hat, die UN-Klimaschutzziele von Paris zu erreichen, wird die Elektromobilität in Deutschland dringend gebraucht. Demnach sollen die Länder ihren Treibhausaustoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 reduzieren.
 
Bundesumweltministerin Hendricks hat nun eine Quotenregelung ins Spiel gebracht, um den Absatz von Elektroautos zu regeln. Hersteller sollen demnach endlich E-Autos anbieten, die auch für Normalverdiener erschwinglich sind. Hendricks baut damit bewusst Druck auf die Automobilhersteller auf. Ein pauschales Verbot von Autos mit konventionellen Verbrennungsmotoren, wie es beispielsweise in Norwegen geplant ist, schließt sie für Deutschland aber aus.
 
Grundsätzlich ist Hendricks´ Vorstoß, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, zu begrüßen, auch wenn zweifelhaft bleibt, ob die Bundesregierung ihrem Ziel damit wirklich näherkommt. Unstrittig bleibt, dass die Elektromobilität stärker als bislang gefördert werden muss, sowohl von der Politik als auch von den Autoherstellern. Allein darauf zu vertrauen, dass die Nachfrage von selbst steigen werde, wird Deutschland auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und ressourcenschonenden Mobilitätslösung nicht voranbringen.