Energie Transparent 11/2013

Sondernewsletter Abgabeninformation zum Strompreis 2014

Editorial

 
Liebe Leser von Energie Transparent,
 
in unserem letzten Newsletter berichteten wir bereits über die Erhöhung der EEG-Umlage für 2014. Der Verbraucher muss sich im kommenden Jahr jedoch nicht nur auf eine höhere EEG-Umlage, sondern vielerorts auch auf steigende Nutzungsentgelte und generell sogar auf eine neue Abgabe, die Umlage für abschaltbare Lasten, einstellen. Da sich die Zusammensetzung der Stromkosten zunehmend komplex gestaltet, informieren wir mit diesem Sondernewsletter detailliert über die Entwicklungen und gehen auf die einzelnen Kostenbestandteile des Strompreises 2014 ein.
 
Unser erster Beitrag dreht sich um den Anstieg der EEG-Umlage und die Hintergründe für diese Entwicklung. Anschließend geben wir Ihnen eine Übersicht zu den veränderten und neuen Abgaben 2014. Besonders relevant sind hierbei die Entwicklung der Netzentgelte, die KWK-Umlage, die §-19-Umlage, die Offshore-Umlage und die neu hinzugekommene Umlage für abschaltbare Lasten.
 
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters,
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Erneuerbare - Energien - Gesetz

Die Entwicklung der EEG-Umlage 2014

 
Mitte Oktober haben die deutschen Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der zukünftigen EEG-Umlage für das kommende Jahr veröffentlicht: Auch für 2014 steigt die EEG-Umlage von derzeit 5,28 Cent/kWh auf 6,24 Cent/kWh. Der Anstieg der EEG-Umlage fällt dabei nur halb so stark aus wie der 2013 – allerdings handelt es sich noch immer um einen Anstieg von knapp 20 Prozent.
 
Alleine in den letzten vier Jahren hat sie sich mit 2,15 ct/kWh in 2010 auf 6,24 ct/kWh in 2014 fast verdreifacht. Auch wenn sich kaum jemand in der Öffentlichkeit zu konkreten Berechnungen äußert, wird auch in den kommenden Jahren ein weiterer, aber moderaterer Anstieg erwartet: So rechnet beispielsweise das Öko-Institut mit einer jährlichen Steigerung von 0,4 Cent pro Jahr. In den kommenden Jahren ist von einer Stabilisierung der EEG-Umlage auszugehen.
 
Eine Reform des EEG wurde vor der Bundestagswahl von allen Parteien gefordert – trotzdem bleibt die EEG Umlage weiterhin das effektivste Mittel, um die erneuerbaren Energien effektiv auszubauen. Eine stärkere Begrenzung der Ausnahmeregeln von stromintensiven Unternehmen durch die Politik ist dabei vor allem in Hinblick auf eine gerechtere Kostenverteilung wünschenswert.
 
 

Neue Netzentgelte und weitere Abgaben

 
Der Preis für Strom setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Eine ist die bereits beschriebene EEG-Umlage, die auch im nächsten Jahr weiter steigen wird. Hinzu kommen jedoch weitere Abgaben: neben den reinen Energiekosten und Steuern fallen zusätzlich Netzentgelte, die sogenannte Sonderkundenumlage nach § 19, Offshore- und KWK-Umlage an. Ab Januar 2014 fällt zusätzlich noch die Abschalt-Umlage an.
 

 
Umlage zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK):
Erhöht wird auch die KWK – Umlage, die der Förderung der Kraft- Wärme- Kopplungstechnik dient. Diese steigt im kommenden Jahr für Unternehmen mit einem Jahresverbrauch unter 100.000 kWh /a von 0,126 ct/kWh auf 0,178 ct/kWh. Unternehmen dessen Jahresverbrauch über 100.000 kWh/a liegt, zahlen für die darüber hinausgehenden Strombezüge 0,055 ct/kWh statt wie bisher 0,060 ct/kWh.
 
Paragraph-19-Umlage:
Zudem sinkt die Zahl derjenigen, die sich am Ausbau beteiligen. Einige Industriebetriebe, die viel Strom verbrauchen, zahlen teilweise nur nach Verbrauch gestaffelte Netzentgelte. Die den Netzbetreibern dadurch entstehende Einnahmedifferenz wird zusätzlich mit der sogenannten Paragraph-19-Umlage (nach § 19 der StromNEV), auf die privaten Stromhaushalte und Kleinbetriebe umgelegt. Diese Umlage wird durchschnittlich sinken und kostet ab Januar 2014 0,092 Cent pro Kilowattstunde statt derzeit 0,329 Cent je kWh. Unternehmen mit einem Jahresverbrauch über 100.000 kWh/a zahlen für die darüber hinausgehenden Strombezüge 0,482 ct/kWh statt wie bisher 0,05 ct/kW. Grund für die Änderung ist die Aufhebung der Befreiung für über 200 besonders stromintensive Betriebe.
 
Offshore-Umlage:
Am 1. Januar 2013 wurde zudem die Offshore-Haftungsumlage eingeführt. Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz oder durch Netzunterbrechungen entstehen können, werden durch die Umlage zum großen Teil vom Verbraucher gedeckt. Die Offshore-Haftungs-Umlage für 2014 beträgt 0,25 ct/kWh – was bereits dem festgeschriebenen Höchstbetrag, der auch 2013 schon anfiel, entspricht.
 
Abschalt-Umlage:
Zudem kommt im neuen Jahr noch eine weitere Abgabe hinzu: Ab dem 1. Januar 2014 wird die Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLaV), auch Abschalt-Abgabe, eingeführt. Große Abnahmestellen, die ihrem Netzbetreiber vertraglich festgehaltene abschaltbare Lasten zur Verfügung stellen, wenn zu wenig Strom im Netz ist und damit ihren Strombezug drosseln, werden mit einem bestimmten Betrag entschädigt. Dieser wird zu Lasten der Endverbraucher umgelegt. Die Umlage für abschaltbare Lasten beträgt dann 0,009 Cent je Kilowattstunde.
 
Netzentgelte:
Angesichts des nötigen Ausbaus von Energietrassen ist in Zukunft mit einem generellen Anstieg der Netzentgelte zu rechnen. Zwar werden die Netzentgelte im kommenden Jahr um durchschnittlich 1,3 Prozent sinken – allerdings gibt es starke regionale Unterschiede. Während in einigen Städten und Regionen, wie z.B. in Berlin und Frankfurt die Kosten für die Netzentgelte sinken, müssen andere, wie z.B. München, kommendes Jahr drauf zahlen.