Energie Transparent 12/2014

Energie Transparent 12/2014

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
2014 war ein gutes Jahr für die Ziele der Energiewende. In unserer Rubrik „Energiemarkt“ betrachten wir die Ergebnisse der Agora-Analyse und bilanzieren: Die erneuerbaren Energien sind schon heute die wichtigste Stromquelle. Außerdem gehen die CO2-Emissionen zurück und die Deutschen verbrauchen weniger Strom. So kann es auch 2015 weitergehen.
 
Auch in diesem Jahr wird es wieder eine Reihe neuer Fördermöglichkeiten im Bereich Energieeffizienz geben. In der gleichnamigen Rubrik berichten wir von den neuen Möglichkeiten für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich viel Geld, vor allem für Beratungsleistungen, vom Staat zurückholen können.
 
Unter „meistro und…“ berichten wir von der Zusammenarbeit mit dem Traditionsunternehmen N&K Bielefelder Wäsche, das an fünf Standorten klimaneutralen Strom von uns bezieht.
 
Abschließend präsentieren wir Ihnen unsere neue Rubrik „Zahl des Monats“, in der wir uns jeden Monat eine Zahl vornehmen, die uns fasziniert, bewegt oder mitgenommen hat.
 
Viel Freude bei der Lektüre des Newsletters wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Der Start in das neue Jahr begann mit Preisabschlägen in allen Jahren des Stromterminmarktes. Eine Gegenbewegung war dann ab Mitte des Monats Januar zu beobachten, die durch steigende CO2 Preise gestützt wurde. Nach einem weiteren Fall der Preise verlief der Stromterminmarkt in eine Seitwärtsbewegung zum Ende des Monats.
 
Erdgas: Ein schwacher Ölpreis, sowie ein ausreichendes Angebot waren ausschlaggebend für sinkende Preise zu Beginn des Jahres. Einen Gegentrend gab es dann ab Mitte des Monats. Die unruhige Situation in der Ukraine und die anhaltenden kalten Temperaturen ließen die Preise am Terminmarkt weiter steigen.
 
 
 

Energiemarkt

Bilanz 2014: Die Energiewende ist auf dem richtigen Weg

 
Betrachtet man die Energiewende-Analyse der Agora-Stiftung, die die Zwischenergebnisse der Energiewende anschaulich macht, war das Jahr 2014 ein gutes Jahr. Zwar muss noch einiges passieren, damit die hohen Dreimal-20-Ziele bis 2020 erreicht werden – 20 Prozent weniger CO2-Emissionen, 20 Prozent weniger Energieverbrauch und ein 20-Prozent-Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch – allerdings kann es sich sehen lassen, dass alle drei Ansätze ordentliche Fortschritte machen.
 
Die wichtigste Meldung des Jahres war sicherlich die, dass die erneuerbaren Energien erstmalig die wichtigste Stromquelle des Landes waren. Mit einem Anteil von 27,3 Prozent verwiesen sie die Braunkohleverstromung auf Rang zwei. Gleichzeitig wurde in Deutschland insgesamt weniger Strom verbraucht und die CO2-Emissionen gingen zurück – auf den zweitniedrigsten Wert seit 1990. Der Zusammenhang zwischen dem steigenden Anteil der Erneuerbaren und den rückläufigen CO2-Emissionen ist besonders erfreulich, denn noch 2013 war das sogenannte Energiewende-Paradoxon beobachtbar, bei dem trotz Zunahme der alternativen Energieträger mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gelangten. Grund für den Rückgang des Phänomens dürften ein milder Winter und die reduzierte Steinkohleverstromung sein, die neben der Erdgasverstromung zunehmend vom Markt gedrängt wird.
 
Die nächste wichtige Nachricht kam gegen Ende des Jahres: Die Stromkosten für Privat- als auch für Gewerbekunden und Industrie sind gegenüber dem Vorjahr insgesamt leicht nach unten gegangen. Gründe dafür sind, u.a. die EEG-Umlage, die gegenüber dem Vorjahr niedriger ausfiel. Die Ökostrom-Umlage sank übrigens zum ersten Mal seit ihrer Einführung.
 
Gleichzeitig ist das Stromsystem Deutschlands flexibler geworden. Das zeigt sich an der Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen, die 2014 genauso hoch waren wie im Jahr zuvor, obwohl der Wind- und Solaranteil deutlich zugelegt hat. Das bedeutet, dass weniger konventionelle Kraftwerke mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ausregeln mussten als noch vor zwei Jahren. Trotz der hohen Schwankungsanfälligkeit von Wind- und Sonnenenergie ist das System also technisch beherrschbar. Dennoch besteht weiterhin Handlungsbedarf, weil davon auszugehen ist, dass der Wind- und Solaranteil auch 2015 weiter steigen wird.
 
Die Agora-Studie zur Energiewende
 

Energieeffizienz

Neue Förderprogramme für mehr Energieeffizienz in KMU und Kommunen

 
Mit dem neuen Jahr sind zwei Förderprogramme des Bundeswirtschaftsministeriums für mehr Energieeffizienz auf den Weg gebracht worden: Zum einen können sich kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) künftig Unterstützung bei einer unabhängigen und qualifizierten Contracting-Beratung sichern, um dadurch Energieeinsparpotenziale zu erschließen. Zudem können sich ab 2015 Energienetzwerke von Kommunen fördern lassen.
 

Unterstützung für KMUs

 
Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Ein außenstehender Investor – Contractor genannt – übernimmt je nach Vertragsumfang die Planung, Finanzierung und Bauausführung sowie den laufenden Betrieb des Investitionsprojektes. Auch die meistro Energie GmbH übernimmt solche Contracting-Dienstleistungen.
 
Gefördert werden können eine Orientierungsberatung und entweder eine Umsetzungsberatung oder eine Ausschreibungsberatung. Die Orientierungsberatung stellt dem Antragsteller durch Erstanalyse der vorhandenen Immobilien, Liegenschaften oder Anlagen das Energiespar-Contracting und das Energieliefer-Contracting mit ihren Anwendungsmöglichkeiten sowie ihren Vor- und Nachteilen in einem Überblick dar. Zudem werden Entscheidungshilfen hinsichtlich der Wahl der genannten Modelle im Vergleich zu einer Eigendurchführung aufgelistet. Bei der Orientierungsberatung können 80 Prozent der Beratungsausgaben (Nettoberaterhonorar), maximal in einer Höhe von 2.000 Euro, erstattet werden.
 
Bei der Umsetzungsberatung können KMU mit 30 Prozent der zuwendungsfähigen Beratungsausgaben (Nettoberaterhonorar), maximal 7.500 Euro, gefördert werden. Entscheidet sich ein Unternehmen für die Ausschreibungsberatung, sind 30 Prozent der zuwendungsfähigen Beratungsausgaben (Nettoberaterhonorar), maximal 2.000 Euro, förderfähig. Die Förderung erfolgt als Projektförderung auf Ausgabenbasis in Form einer Anteilsfinanzierung und wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt.
 
Zugelassen für die Förderung sind KMUs, deren Energiekosten inklusive Mehrwertsteuer jährlich mindestens 100.000 Euro betragen. Eine Bewerbung ist ab Februar über die Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) möglich.
 

Kommunen schließen sich zusammen

 
Auch für Kommunen gibt es künftig Unterstützung zum Thema Energieeffizienz: Analog zu den Energieeffizienz-Netzwerken für Unternehmen sollen auch hier Zusammenschlüsse dazu beitragen, gemeinsam Einsparpotenziale zu erkennen und anschließend umzusetzen. Im Rahmen des Förderprogramms werden die Kosten für die Gewinnung von Teilnehmern an Energieeffizienz-Netzwerken von Kommunen (Gewinnungsphase) sowie für den Aufbau und Betrieb dieser Netzwerke (Netzwerkphase) erstattet. Ab Februar sollen hier Anträge auch über die Seite des BAFA gestellt werden können.
 
Seite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle
 
 

meistro und…

… der Textilhändler N&K Bielefelder Wäsche

 
Hochwertige Wäsche für Küche, Bad und Schlafzimmer bietet das Traditionsunternehmen N&K Bielefelder Wäsche, das auf eine über 150-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken kann. Die fünf Standorte in Aachen, Augsburg, Köln, Münster und Ulm sowie die Zentrale des Unternehmens in Augsburg beziehen rund 125.000 kWh CO2-freien Strom von der meistro Energie GmbH. Dadurch wird die Umwelt im Vergleich zum Bezug von konventionellem Strom jährlich um 68 Tonnen CO2 entlastet. Um diesen Ausstoß zu kompensieren, müsste ein Wald mit der Größe von rund 1.350 qm bepflanzt werden, was einer Fläche von über fünf Tennisplätzen entspricht.
 

Zahl des Monats

Um 3,8 Prozent ist der Stromverbrauch 2014 gesunken

 
Der Stromverbrauch der Deutschen ist 2014 um 3,8 Prozent zurückgegangen – trotz Wirtschaftswachstum. Das hat die Analyse der Agora Energiewende ergeben. Der Wert bedeutet den stärksten Rückgang seit 1990 mit Ausnahme des Krisenjahrs 2009.
Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft im Jahr 2014 um knapp 1,4 Prozent, was im Vergleich relativ stark ist. Daraus kann man schließen, dass Wirtschaftswachstum und Stromverbrauch in Deutschland mittlerweile entkoppelt sind: Von 2007 bis 2014 sank der Stromverbrauch um insgesamt 6,8 Prozent, während das Bruttoinlandsprodukt im gleichen Zeitraum um 7,6 Prozent anstieg.
 
Nur ein Teil des letztjährigen Rückgangs ist auf den milden Winter zurückzuführen, denn hinzu gerechnet werden müssen vor allem auch die Energieeffizienzfortschritte, die es laut Agora in allen Bereichen gegeben hat – also in der Industrie, im Gewerbe und in den Privathaushalten. Laut der Stiftung ist das ein klares Zeichen dafür, dass sich die Investitionen der Unternehmen in stromsparende Geräte rentieren.