Newsletter

Energie Transparent 11/2013

Energie Transparent 11/2013

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie Transparent“,
 
der Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD hat die Weichen für die weitere Entwicklung der Energiewende in Deutschland gestellt. In unserer Rubrik „Energiepolitik“ erläutern wir die Positionen der zukünftigen Regierung und stellen Ihnen die relevanten Passagen des Koalitionsvertrags vor, der das Regierungshandel der kommenden vier Jahre bestimmen wird – vorausgesetzt die SPD-Mitglieder stimmen ihm Mitte Dezember zu.
 
In unserem Beitrag zur Rubrik „Energiemarkt“ widmen wir uns der aktuellen öffentlichen Kritik gegenüber dem Billig-Stromanbieter Care Energy. Das Unternehmen wurde vom Landgericht Hamburg zu Nachzahlungen in Millionenhöhe verpflichtet, nachdem mehrere Übertragungsnetzbetreiber wegen ausstehenden Forderungen geklagt hatten. Als Konsequenz erhöht Care Energy nun seine Preise. Der Fall zeigt deutlich, wie zwielichtige Geschäftsmodelle zu Lasten der Stromkunden gehen.
 
Als letztes stellen wir Ihnen unter „meistro und…“ die aktuelle Strompatenschaft von meistro vor.
 
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Der November startet mit wenig Bewegung am Stromterminmarkt. Im weiteren Verlauf ließen auch die Preissteigerungen am Spotmarkt den Stromterminmarkt unbeeindruckt. Zum Ende des Monats kam es dann zu einem Abwärtstrend.
 
Erdgas: Anfang November legten die Preise am Terminmarkt leicht zu. Ausschlaggebend hierfür waren die Spotmarktpreise, die auf relativ hohem Niveau lagen. Im weiteren Verlauf stützte das kühle Wetter die Preise. Auch zum Monatsende blieb es aufgrund der Wetterbedingungen bei einem Aufwärtstrend.
 
 
 

Energiepolitik

Der Koalitionsvertrag zur Energiewende

 
Nach langen Verhandlungen erschien diese Woche der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, der die Grundlage gemeinsamen Regierungshandels liefert. Der Vertrag erntete insgesamt bisher sowohl Lob als auch Kritik. Experten äußern sich jedoch enttäuscht über die Inhalte zur Energiewende. Die Berichterstattung der letzten Tage verzeichnet den Koalitionsvertrag als Tritt auf die Bremse. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige zentrale Punkte zum Thema Energiewende vor.
 
Die Kosten für die Ökostromförderung sollen nicht weiter steigen sondern sich auf einem „vertretbaren Niveau stabilisieren.“ Für den weiteren Ausbau der Ökostromförderung werden neue Ziele festgelegt. Sie liegen im Jahr 2025 zwischen 40 und 45 Prozent und 2035 bei 55 bis 60 Prozent des Stromverbrauchs. Heute erreicht ihr Anteil knapp 25 Prozent. Je nach Energieträger werden im Koalitionsvertrag klare Vorstellungen für den weiteren Ausbau formuliert. Die Windenergie an Land soll in Zukunft eine geringere Förderung erhalten. Für alle Erneuerbaren gilt, dass durch die Verankerung einer kontinuierlichen Degression die Förderung grundsätzlich sinkt.
 
Die Befreiung stromintensiver Betriebe von der EEG-Umlage, hatte im letzten Jahr für viel Kritik gesorgt, da immer mehr Unternehmen davon profitierten und die Kosten dafür durch Verbrauchern und das Gewerbe getragen wird. Eine neue Regierung möchte diese Tatsache ändern und in Zukunft stärker auf eine Konzentration der Befreiung von Unternehmen setzen, die tatsächlich im internationalen Wettbewerb stehen. Unternehmen die ihren eigenen Strom, beispielsweise durch BHKWs produzieren, sollen sich nun auch an der EEG-Umlage und den Netzkosten beteiligen.
 
Beim Thema Energieeffizienz streichen die Koalitionäre konkrete Finanzhilfen für die energetische Gebäudesanierung aus ihrem Programm. Förderkredite der staatlichen KfW-Bank sollen zwar aufgestockt werden, der genannte „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz“ bleibt aber unverbindlich.
 
Für starke Kritik am Koalitionsvertrag sorgt der verankerte Schutz konventioneller Kraftwerke. Um die Netzstabilität zu gewährleisten soll die Netzreserve ausgebaut werden und Betreiber konventioneller Anlagen sollen eine Prämie dafür erhalten, dass sie ihre Anlagen nicht schließen. Hierbei handelt es sich in erster Linie eine Bestandsgarantie der fossilen Energiewirtschaft. Ob der Koalitionsvertrag in Regierungshandeln umgesetzt wird hängt nun vom SPD-Mitgliederentscheid Mitte Dezember ab.
 
 

Energiemarkt

Energiemarkt: Nächster Billigstromanbieter sorgt für Ärger

 
Nach den Insolvenzen von TelDaFax und Flexstrom steht seit geraumer Zeit ein weiterer Billig-Stromanbieter in der Kritik: der Stromversorger Care Energy aus Hamburg. Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftskonzeptes bestehen dabei schon länger, so dass der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) seine Mitglieder im Mai dieses Jahres bereits angesichts des unklaren Geschäftsmodells vor dem Unternehmen warnte. Kunden des Strom-Discounters zahlten in der Vergangenheit rund 40 Prozent weniger als Kunden anderer Anbieter. Die Preise wurden nun aber für das kommende Jahr stark erhöht.
 
Als Begründung nennt das Unternehmen höhere staatliche Abgaben und die Unsicherheit über die Entwicklung der Energiepreise nach der Regierungsbildung. Hinter der Preiserhöhung steckt aber vor allem, dass ein Unternehmen der Gruppe Care Energy kürzlich vor dem Landgericht Hamburg zwei Prozesse verloren hat und nun Nachzahlungen in Millionenhöhe leisten muss. Mehrere Übertragungsnetzbetreiber hatten versucht, ausstehende Forderungen gegenüber der Firma „mk-energy – Ihr Energieversorger GmbH & Co. KG“ der Care-Energy-Gruppe vor Gericht einzuklagen. Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und Tennet bekamen nun vor dem Landgericht Hamburg Recht: Laut Angabe von Spiegel Online muss Care Energy nun sieben Millionen Euro nachzahlen.
 
Grund für die Klage war die Tatsache, dass die mk-energy bei drei Übertragungsnetzbetreibern im Herbst beziehungsweise Winter 2012 die Zahlung der EEG-Umlage eingestellt hatte. Als Begründung führte die Unternehmensgruppe an, dass die mk-energy nicht der Letztverbraucher des Stroms sei und deshalb laut Paragraf 37, Absatz 2 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht verpflichtet wäre, die Umlage zu zahlen.
 
Branchenkennern zufolge versucht der Anbieter damit eine Rechtslücke auszunutzen, in dem er seine Geschäfte über eine verschachtelte Firmenkonstruktion abwickelt, in der keines der Tochterunternehmen umlagepflichtig sein soll. In Folge der andauernden Streitigkeiten zwischen Netzbetreibern und Care Energy sind beispielweise in Leipzig Anfang November 5.000 Kunden in die teurere Grundversorgung übertragen worden, da Care Energy in vier aufeinander folgenden Monaten keine Vorauszahlungen an den Netzbetreiber geleistet hatte.
 
 

meistro und...

die Strompatenschaft

 
Bereits seit mehreren Jahren pflegt meistro eine Strompatenschaft mit den SOS Kinderdorf Saarbrücken. Ab kommenden Jahr wird dieses Engagement auf einen weiteren Standort ausgeweitet: das SOS-Kinderdorf in Gera, welches im September 2013 eröffnet wurde, wird ab dem 1. Januar 2014 durch klimaneutrale Energie von meistro unterstützt.
 
„Wir von meistro freuen uns, durch unsere Strompatenschaften wichtige Einrichtung für Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Gleichzeitig entlastet das SOS Kinderdorf durch den CO2-freien Strom das Klima“, so Mike Frank, Geschäftsführer der meistro Energie GmbH. Die Strompatenschaft wurde von meistro ins Leben gerufen, um soziale Einrichtungen finanziell zu unterstützen und mit sauberem Strom zu versorgen. So wurden in den letzten Jahren die Stromkosten von rund 25.000 Euro für das SOS-Kinderdorf in Saarbrücken mitfinanziert. Strompaten übernehmen dabei den Energiekostenanteil der Stromkosten.
 
meistro konnte bereits im Jahr 2012 die CURSOR Software AG, der Lieferant des CRM-Systems EVI für meistro, als weiteren Strompaten für das SOS Kinderdorf Saarbrücken gewinnen.