Energie Transparent 10/2014

Energie Transparent 10/2014

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
die EEG-Umlage ist erstmals seit ihrer Einführung gesunken: Ganze 0,07 Cent müssen Verbraucher nächstes Jahr pro Kilowattstunde weniger bezahlen. Der Schritt kann angesichts der kontinuierlichen Erhöhungen in den letzten Jahren als entspannendes Signal gewertet werden, wenngleich die Senkung aber wohl keine Trendwende darstellt. In der Rubrik „Strompreis“ berichten wir von der Strompreisentwicklung seit dem Jahr 2000.
 
In der Rubrik „Energiemarkt“ geht es um eine positive Markt-Meldung: Die Erneuerbaren Energien sind im laufenden Jahr erstmals die wichtigste Stromquelle im Land. Ganz knapp konnten sie sich gegenüber der Braunkohle absetzen. Trotzdem muss der Ausbau weiter vorangetrieben werden.
 
In der Rubrik „Energieeffizienz“ berichten wir davon, dass der effiziente Umgang mit Ressourcen nicht nur Umwelt und Unternehmensbudgets schont, sondern als Treiber für die ganze Wirtschaft fungiert. Laut dem Bericht der Internationalen Energieagentur IEA ist Energieeffizienz weltweit ein Milliardenmarkt – mit besten Aussichten für die Zukunft.
 
Abschließend berichten wir unter „meistro und…“ von der Zusammenarbeit mit dem Einrichtungshaus Roter Punkt in Nürnberg. Der Anspruch des Möbelhauses, hochwertige und nachhaltige Produkte zu verkaufen und der Bezug klimaneutraler Energie passen bestens zusammen.
 
Viel Freude bei der Lektüre des Newsletters wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Der Strompreis im Sinkflug. So könnte man den Verlauf der Entwicklung am Terminmarkt im September zusammenfassen. Eine kleine Ausnahme machte nur die KW 43 und ein kleiner Sprung zum Ende des Monats.
 
Erdgas: Die sehr milden Temperaturen im Oktober sorgten auch im Erdgas - Terminmarkt für einen stetigen Abwärtstrend. Einzig die politischen Nachrichten aus der Ukraine führten zeitweise zu einem Aufwärtstrend.
 
 
 

Energiepreise

Strom ist seit 2000 um 92 Prozent teurer geworden

 
Seit dem Jahr 2000 ist der Strompreis um 92 Prozent für private Haushalte und um 75 Prozent für gewerbliche Verbraucher gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Ursache dafür sind vor allem Steuern und Abgaben, die mittlerweile etwa 52 Prozent des Strompreises ausmachen.
 
Dieser staatlich fixierte Kostenblock besteht aus der Stromsteuer, der EEG-Umlage, der KWK-Umlage, der sogenannten Paragraph-19-Umlage, der Offshore-Umlage, der Abschalt-Umlage und Konzessionsabgaben. Dem gegenüber stehen die relativ niedrigen Strombeschaffungskosten: Einkauf und Vertrieb machen nur etwa 25 Prozent des Strompreises aus. Der restliche Teil entfällt auf die Netz- und Messentgelte.
 
Durch einen Anbieterwechsel können Kunden zwar Geld sparen, doch der staatlich fixierte Kostenblock ist bei allen Anbietern gleich. Eine Reform des Abgabe- und Umlagesystems durch die Bundesregierung ist deshalb dringend notwendig.
 
Ein erster Schritt ist die Senkung der energiebezogenen Steuern. So wurde Mitte Oktober zum ersten Mal seit ihrer Einführung eine moderate Senkung der EEG-Umlage bestätigt. 2015 soll sie anstatt bisher 6,24 Cent nur noch 6,17 Cent je Kilowattstunde kosten. Was nach einer guten Nachricht klingt, bedeutet für einen durchschnittlichen Haushalt effektiv allerdings lediglich eine Entlastung von 2,80 Euro im Jahr. Im Vergleich zu den möglichen Preisveränderungen, die durch Anbieterwechsel oder Energieeffizienzmaßnahmen möglich sind, ist diese Entwicklung relativ unbedeutend.
 
Die Höhe der einzelnen Umlagen für das Jahr 2015 erfahren Sie in der meistro Sonderinformation Steuern und Abgaben 2015 (PDF)
 

Energiemarkt

Erneuerbare Energien überholen Braunkohle

 
In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren die erneuerbaren Energien zum ersten Mal die wichtigste Stromquelle in Deutschland. Von Januar bis September wurden 27,7 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen gespeist. Nur knapp dahinter liegt mit 26,3 Prozent die Stromerzeugung durch Braunkohleverbrennung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Auswertung von Daten zur Stromerzeugung und zum Stromverbrauch durch „Agora Energiewende“, eine Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation. Diese Entwicklungen sind auf den weiteren Ausbau von Ökostromkapazitäten, aber auch auf den milden Winter zurückzuführen.
 
Die wichtigsten Energieträger bei der Erzeugung von Ökostrom sind mit 9,5 Prozent die Windkraft, gefolgt von Biomasse mit 8,1 Prozent und Solarstrom mit 6,8 Prozent. Der 6. Juni dieses Jahres war der Tag mit der höchsten Solarstromleistung: 24,2 Gigawatt wurden um die Mittagszeit in das Netz eingespeist, was der Leistung von 20 Atomkraftwerken gleichkommt. Die Nachricht bedeutet, dass die Erneuerbaren Energien das Nischendasein endgültig verlassen haben und zu einem unentbehrlichen Bestandteil der Energieversorgung geworden sind.
 
Betrachtet man allerdings den gesamten Marktanteil der Kohle, bei dem Braunkohle mit 26,3 Prozent und Steinkohle mit 18,5 Prozent zu Buche schlägt, kommt dieser noch immer auf insgesamt knapp 45 Prozent. Der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien sollte deshalb unbedingt vorangetrieben werden.
 
Die im August bestätigte EEG-Reform der Bundesregierung zielt allerdings eher darauf ab, die Entwicklung der Ökostrom-Erzeugung zu drosseln, um die Preise besser kontrollieren zu können. Die Erneuerbaren werden dadurch allerdings ausgebremst, denn das Problem liegt nicht im größer werdenden Anteil der Eneuerbaren, sondern in den Rückständen beim Netzausbau. Das Stromnetz muss für die Verteilung des Ökostroms deutlich flexibler werden, um den neuen Bedingungen gerecht zu werden.
 
Ein kleines Rechenbeispiel macht das anschaulich: Im Mai wurden zeitweise 44 Gigawatt Strom durch erneuerbare Energien ins Netz eingespeist, circa 75 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Dadurch trat das Phänomen des negativen Strompreises auf, weil die Leistung von Atom- und Kohlekraftwerken nicht schnell genug heruntergefahren werden konnte. So bekamen ausländische Abnehmer 5,9 Cent pro Kilowattstunde bezahlt, um das deutsche Netz zu entlasten.
 
 

Energieeffizienz

Energieeffizienz ist Konjunkturprogramm für die Wirtschaft

 
Laut dem jüngst veröffentlichten zweiten „Energy Efficiency Market Report 2014“ der internationalen Energieagentur (IEA) ist Energieeffizienz ein weltweit wachsender Milliardenmarkt. Nach Angabe des Berichtes hat der globale Markt für Energieeffizienz einen Wert von mindestens 310 Milliarden US-Dollar (etwa 240 Milliarden Euro) pro Jahr und dabei äußerst positive Zukunftsaussichten. Die IEA bezeichnet Energieeffizienz in ihrem Bericht als „wichtigsten Treibstoff“, um Energiesicherheit zu gewährleisten, Kosten zu senken und Klimaziele zu erreichen.
 
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) geht davon aus, dass zur Erreichung der von der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 gesetzten Effizienzziele rund 100 Milliarden Euro an Investitionen notwendig wären, mit denen dann 130 Milliarden Euro an Energiekosten eingespart werden können. „Energieeffizienz ist ein Konjunkturprogramm für deutsche Unternehmen“, so Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung.
 
Der Bericht der IEA zeigt, dass der Gesamtenergieverbrauch in den 18 untersuchten Ländern im Zeitraum von 2001 bis 2011 um fünf Prozent zurückging. Ursache dafür waren primär die Investitionen im Bereich Energieeffizienz. Zusammengenommen entspricht diese Menge an verringerter Energie innerhalb des Untersuchungszeitraums einer Menge von 1.732 Millionen Tonnen Öl – das ist mehr Energie, als die USA und Deutschland im Jahr 2012 verbraucht haben.
 
Zudem unterstreicht die Untersuchung, dass vor allem aufstrebende Wirtschaftsnationen außerhalb der OECD von effizienten Transportfahrzeugen und Verkehrsinfrastrukturen profitieren können. So könnten bis 2020 durch Effizienzmaßnahmen rund 190 Milliarden US-Dollar (etwa 150 Milliarden Euro) Transportkosten reduziert, die Umweltverschmutzung verringert und Verkehrssysteme entlastet werden.
 
Energy Efficiency Market Report 2014
 
 

meistro und…

… das Möbelhaus Roter Punkt

 
Seit über 20 Jahren bietet das Einrichtungshaus Roter Punkt in Nürnberg seinen anspruchsvollen Kunden eine Auswahl hochwertiger Designmöbel und Accessoires. Nun setzt das Unternehmen auch auf die saubere Energie von der meistro: Durch den Bezug von über 60.000 kWh CO2-neutralem Strom an zwei Abnahmestellen verbessert das Möbelhaus seine Klimabilanz um 35 Tonnen gegenüber einer konventionellen Energieversorgung auf Basis des deutschen Strommixes. Laut dem CO2-Rechner von PrimaKlima e.V. müsste ein Wald mit einer Größe von über 700 Quadratmetern aufgeforstet werden, um diese Menge an Kohlendioxid zu kompensieren.
 
Als inhabergeführtes Unternehmen, das auf hochwertige und nachhaltige Produkte setzt, spielt die Klimafreundlichkeit bei dem Einrichtungshaus eine große Rolle. „Bei meistro finden wir, was uns wichtig ist: saubere Energie und ein kompetenter, umfassender Service“, so Geschäftsführer Thomas Kocher.