Energie Transparent 10/2013

Energie Transparent 10/2013

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie Transparent“,
 
seit dem 15. Oktober steht fest, dass die EEG-Umlage von derzeit 5,28 Cent/kWh im Januar 2014 auf 6,24 Cent/kWh steigen wird. Ein Anstieg um knapp 20 Prozent. In unserer Rubrik „Energiemarkt“ stellen wir Ihnen eine Kurzstudie des Öko-Instituts zu den Ursachen und Hintergründen dieser Entwicklung vor. Aus dieser Studie geht auch hervor, dass die Solarenergie aufgrund der sogenannten automatischen Degression nicht mehr weiter zum Anstieg der EEG-Umlage beiträgt.
 
Unser Beitrag im Bereich „Energiepolitik“ beleuchtet diesen Monat die europäische Energiepolitik. Hier geht es um den umstrittenen Entwurf von EU-Kommissar Joaquín Almunia, der einen Vorstoß gegen die erneuerbaren Energien vorgesehen hatte.
 
Bei „meistro und…“ stellen wir unseren neuen Kunden, die STAHLGRUBER GmbH, vor. Der führende Anbieter von Artikeln und Dienstleistungen für Kfz-Werkstätten und den Einzelteilehandel bezieht nun an 61 Abnahmestellen CO²-freien Strom und ab 2015 an 37 weiteren Abnahmestellen CO²-neutrales Erdgas von meistro.
 
Ich wünsche Ihnen viel Freue beim Lesen unseres Newsletters.
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Zu Beginn des Monats Oktober verzeichnete der Stromterminmarkt eine Seitwärtsbewegung, die ab Mitte des Monats zu einem Abwärtstrend wechselte. Ab Mitte des Monats kam es aufgrund der gestiegenen Primärenergiepreise zu einem deutlichen Anstieg am Stromterminmarkt. Ende Oktober begannen die Preise wieder zu sinken.
 
Erdgas: Anfang Oktober verzeichnete der Terminmarkt eine leichte Aufwärtsbewegung. Im weiteren Verlauf verzeichneten die Preise eine Seitwärtsbewegung, die bis zum Ende des Monats anhielt. Ausschlaggebend für das niedrige Niveau sind vor allem die niedrigen Temperaturen im Monat Oktober.
 
 
 

Energiepolitik

Atomkraftförderung und EEG-Angriffe aus Brüssel ausgebremst

 
Im Juli sorgte der EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia mit einem Entwurf für neue Beihilferichtlinien für Wirbel: Die Regierungen der europäischen Staaten sollten Unternehmen leichter subventionieren dürfen, die Atomkraftwerke bauen und betreiben. Zur Begründung hieß es, dass der Ausbau der Nuklearenergie ein Ziel der Europäischen Union darstellt. Zudem nahm ein weiteres Papier der Wettbewerbsbehörde zu „Leitlinien für Umwelt- und Energiehilfen“ die Subventionen und Förderprogramme im Energiesektor unter die Lupe. Das deutsche EEG war dabei massiv angegriffen worden.
 
Nun lehnte das Kommissionskollegium den Entwurf ihres Mitglieds Almunia zur Förderung von Bau und Betrieb von Atomkraftwerken ab. Kommissionspräsident José Barroso bezeichnete das Thema laut Spiegel Online als „politisch zu heiß“, auch Almunia selbst sei mittlerweile umgeschwenkt und wolle Beihilfen für Atomkraftwerke nicht in entsprechende EU-Richtlinien aufnehmen. Die Bundesregierung hatte sich von Anfang an gegen die Hilfen ausgesprochen, vor allem Großbritannien und Frankreich hatten sich dagegen für die Erleichterung der Subventionen eingesetzt.
 
Auch die sogenannten Leitlinien für Umwelt- und Energieprojektförderung sollen nochmals überarbeitet werden. Der entsprechende Entwurf aus dem Sommer enthielt mehrere Regeln für die künftige Förderung von erneuerbaren Energien, die nach Einschätzungen von Experten nur schwer mit dem EEG vereinbar gewesen wären. So sollten Zuschüsse für die Produktion von grünem Strom nur zulässig sein, wenn die Mengen in einer Art Auktion ausgeschrieben werden. Daran hätten sich Anbieter aller Technologieformen, unabhängig ob Wind, Sonne oder Biomasse, auch aus anderen Mitgliedstaaten beteiligen können.
 
Laut Spiegel Online besteht zwar weiterhin ein "Konsens" in der Kommission, dass die Förderpolitik mancher Staaten teils nicht mit den Vorgaben einer einheitlichen europäischen Förderpolitik im Einklang steht – entsprechende Anpassungen seien nach den neuen Leitlinien nun aber „nur graduell“ umzusetzen.
 
 

Energiemarkt

Automatische Degression verringert die Förderhöhe für Solarenergie

 
Am 15. Oktober veröffentlichten die großen Übertragungsnetzbetreiber die Höhe der EEG-Umlage für 2014. Mit 6,24 Cent/kWh liegt sie um ganze 0,96 Cent höher als 2013. Eine aktuelle Kurzstudie des Öko-Instituts untersuchte nun die Ursachen und Hintergründe für diese Entwicklung. Die Experten zeigen zum einen, dass die Verbraucher in den kommenden Jahren nicht mehr mit solch deutlichen Erhöhungen rechnen müssen, zum anderen, dass die Photovoltaik in Zukunft keinen Kostentreiber mehr darstellen wird.
 
Der aktuelle Anstieg der EEG-Umlage setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. So sind 0,36 Cent auf den gesunkenen Börsenpreis zurückzuführen. Die EEG-Umlage deckt u.a. die Differenz zwischen dem aktuellen Börsenpreis und den zugesagten Vergütungen an Ökostrom-Anlagenbetreiber. Je niedriger also der Börsenpreis, desto höher die EEG-Umlage. 0,14 Cent zahlen die Verbraucher für die Befreiung für große Industriebetriebe von der EEG-Umlage. Für den größten Anteil des Anstiegs ist jedoch der prognostizierte Zubau von Anlagen für erneuerbare Energien verantwortlich. Vor allem Offshore-Windanlagen kommen dem Verbraucher teuer zu stehen. Die Solar-Energie trägt dagegen nicht zum Anstieg bei.
 
Zurückzuführen ist das auf die automatische Degression bei der Förderhöhe. Normalerweise müssten beim Zubau von Anlagen die Kosten für den Verbraucher steigen. Mit der EEG-Novelle von 2012 wird eine monatliche Absenkung der Vergütung in Abhängigkeit vom Ausbau der Anlagen festgeschrieben. Da das Gesamtausbauziel der Solarenergie von 52 GW bis 2018 erreicht sein wird, sorgt die gleitende Degression schon jetzt für eine sinkende Vergütung. D.h. die Anlagen aus zukünftigen Jahrgängen verursachen schon jetzt bei gleicher Stromproduktion weniger Kosten als ihre Vorgänger.
 
 

meistro und...

das Unternehmen Stahlgruber GmbH

 
Ab diesem Jahr setzt die STAHLGRUBER GmbH aus Poing bei München bei der Energieversorgung von 61 Abnahmestellen auf CO²-freien Strom der meistro Energie GmbH. Als ein europaweit führender Anbieter von Artikeln und Dienstleistungen für Kfz-Werkstätten und den Einzelteilehandel reduziert das Unternehmen mit dem Anbieterwechsel den CO²-Ausstoß bei einem Gesamtverbrauch von 12,6 GWh um 6.400 Tonnen. Um diese Menge zu kompensieren, müssten 582.700 Fichten neu angepflanzt werden, was einer Waldfläche von fast 1.200 Fußballfeldern entspricht. Ab dem 01.01.2015 wird STAHLGRUBER an 37 weiteren Abnahmestellen eine Gesamtmenge von 12 GWh CO²-neutralem Erdgas von meistro beziehen.
 
Die STAHLGRUBER GmbH wurde 1923 von den Gebrüdern Gruber gegründet und beschäftigt heute über 4000 Mitarbeiter. Das Angebot umfasst dabei ein breites Spektrum an Service- und Dienstleistungen rund um Personenkraftwagen und Leichtnutzfahrzeuge. STAHLGRUBER ist in Deutschland und sechs weiteren europäischen Ländern (Italien, Österreich, Kroatien, Slowenien, Tschechien, Slowakei) sowie in China aktiv.