Energie Transparent 07/2013

Energie Transparent 07/2013

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
noch in diesem Jahr will die EU-Kommission die Rechtmäßigkeit der deutschen EEG-Umlage prüfen. Ein Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia hat am 15. Juli bekannt gegeben, dass untersucht werden soll, ob die EEG-Umlage eine Form von genehmigungspflichtiger staatlicher Beihilfe ist.
 
Auch die Bundesregierung hat bereits erkannt, dass die EEG-Umlage in ihrer derzeitigen Form dringend reformbedürftig ist. Eine Überarbeitung des Gesetzes, soll allerdings erst nach der Bundestagswahl im Herbst stattfinden. Warum sich kleine und mittlere Unternehmen, die neben den Privathaushalten die Hauptlast der EEG-Umlage tragen, im kommenden Jahr dennoch auf eine Steigerung der Abgabe einstellen müssen, ist Thema in unserer Rubrik „Energiepolitik“.
 
Da der günstigste Strom immer noch der ist, den man nicht verbraucht, beschäftigen sich viele Verbraucher angesichts steigender Energiekosten verstärkt mit dem Energiesparen. Eine neue Studie der Bundesstelle für Energieeffizienz kommt zu dem Ergebnis, dass der Markt für Energiedienstleistungen wie Energieaudits oder Energie-Contracting gute Zukunftsperspektiven bietet. In unserer Rubrik „Energiemarkt“ lesen Sie mehr über die Ergebnisse der Studie.
 
Unter „meistro und…“ erfahren Sie mehr über die Kooperation mit der Großhandelsgruppe H. Gautzsch, die seit Beginn des Jahres an sechs Standorten CO²-neutrales Erdgas von meistro bezieht.
 
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters, Ihr Michael Koch
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Anfang Juli erhielt der Terminmarkt einen Aufschwung. Hintergrund war die Zustimmung des EU - Parlaments zum "Backloading". Zur Mitte des Monats blieben die Preise relative stabil. Ende Juli bewegten sich die Preise seitwärts auf niedrigem Niveau.
 
Erdgas: Nach einer Aufwärtsbewegung zu Beginn des Monats Juli führte der Erdgaspreis im weiteren Verlauf eine Seitwärtsbewegung durch, die sich bis zum Ende des Monats streckte. Insgesamt wenig Bewegung.
 
 

Energiepolitik

Steigende EEG-Umlage in 2014

 
Entgegen bisheriger Annahmen wird die EEG-Umlage auch 2014 weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die das Öko-Institut im Auftrag von Greenpeace Deutschland durchgeführt hat. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr um rund 0,8 Cent auf dann 6,1 Cent pro Kilowattstunde steigen wird. Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass sich die Höhe der Abgabe 2014 stabilisieren würde.
 
Als Grund für die Entwicklung nennt die Studie den massiv gefallenen Strompreis an der Börse. Denn wenn der Strompreis an der Börse sinkt, steigt die EEG-Umlage und umgekehrt. Über dieses paradoxe Phänomen hatten wir bereits in früheren Newslettern berichtet: Weil die Höhe der Vergütung für Produzenten erneuerbarer Energien bereits für die nächsten 20 Jahre festgelegt ist und die EEG-Umlage die Differenz zwischen Börsenstrompreis und Vergütung abdeckt, muss bei niedrigeren Börsenstrompreisen zum Ausgleich die Ökostrom-Umlage steigen.
 
Die Kosten tragen vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus Gewerbe, Handel und Dienstleistung sowie Privathaushalte. Seit der Novellierung des EEG 2012 sind immer mehr Unternehmen von der Umlage befreit. Damit steigen die Kosten für all diejenigen, die nicht von der Ausgleichsregelung profitieren. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat bereits Anfang des Jahres eine Anhebung der EEG-Umlage im kommenden Jahr prognostiziert.
 
Die Greenpeace-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich durch die Kombination aus fallenden Börsenstrompreisen und einer steigenden EEG-Umlage für 2014 eigentlich geringere Systemkosten der Stromversorgung ergäben als im Vorjahr. Die Verfasser der Studie fordern die Politik deshalb auf, die geringeren Systemkosten auch an die Kunden weiterzugegeben. Darüber hinaus schlagen sie vor, die Ausnahmeregelungen für industrielle Großverbraucher einzuschränken und das EEG zu reformieren. Die Bundesregierung hatte angekündigt eine Reform des Gesetzes erst nach der Bundestagswahl im September angehen zu wollen.
 

Energiemarkt

Gute Perspektiven für Dienstleistungen im Energiesektor
 
Die Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE) hat kürzlich eine Studie zum aktuellen Stand und zu den Entwicklungsperspektiven des Marktes für Energiedienstleistungen in Deutschland veröffentlicht. Die Untersuchungen wurden in den dienstleistungsorientierten Themenfeldern Energieberatung und Energieaudits, Energiemanagement sowie Energie-Contracting durchgeführt. Weitere Schwerpunkte der Studie waren Energieeffizienzmaßnahmen, die auf Basis von Indikatoren aufbereitet wurden, und Energieeffizienz-Programme, die wiederum anhand von Energiedaten von Energieunternehmen analysiert wurden.
 
Das Angebot an Dienstleistungen im Energiemanagement ist durch die große Anzahl der Anbieter, die aus verschiedenen Bereichen (reine Dienstleister, Technikanbieter, Energieunternehmen, Software-Anbieter, etc.) kommen, sehr heterogen. Eine starke Nachfrage besteht vor allem bei größeren Unternehmen mit hohen Energiekosten. Nun steigt aber auch der Anteil kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMUs). Für die weitere Entwicklung müssen sowohl für KMUs als auch für private Haushalte mehr Anreize geschaffen werden – wie beispielsweise durch die Initiative „Mittelstand für Energieeffizienz“ des Mittelstandsverbundes ZGV.
 
Im Contracting ist der Bereich Energieliefer-Contracting (ELC) deutlich weiter entwickelt und überwiegt daher gegenüber dem Energiespar-Contracting (ESC). Die erhobenen Zahlen zeigen, dass immer mehr Energieunternehmen in den eigenständigen Contracting-Markt eintreten. Allerdings müssen die Anbieter potenzielle Kunden mit mehr Informationen über das Geschäftsmodell versorgen, da der Nutzen vielen Entscheidern kaum bekannt ist und die Versorgung in Eigenregie häufig wirtschaftlicher erscheint.
 
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Deutschland über einen weit entwickelten Markt für Energiedienstleistungen verfügt, dem gute Wachstumsperspektiven attestiert werden. Jedoch ist es wichtig, Hemmnisse für die weitere Marktentwicklung gezielt anzugehen und das bestehende Instrumentarium zur Steigerung der Energieeffizienz weiter zu optimieren. Die Studie wurde von der Prognos AG, dem IFEU-Institut und der Hochschule Ruhr-West im Auftrag der im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingerichteten Bundesstelle für Energieeffizienz erstellt.
 

meistro und...

Großhandelsgruppe H. Gautzsch

 
Seit diesem Jahr zählt auch die Großhandelsgruppe H. Gautzsch zu den Kunden von meistro und senkt so einerseits ihre Energiekosten und verbessert andererseits ihren CO2-Fußabdruck. H. Gautzsch ist in den Bereichen Elektrotechnik, Haus, Werkstatt und Garten und darüber hinaus im Dienstleistungssektor tätig. Als Verbund führender mittelständischer Fachgroßhandlungen beschäftigt das Unternehmen mit Stammsitz Münster bundesweit über 1.400 Mitarbeiter.
 
Bisher beziehen sechs Standorte der Großhandelsgruppe CO2-neutrales Erdgas mit einem Volumen von 5 GWh. Ab 2014 folgen dann weitere 35 Standorte der Unternehmensgruppe, die voraussichtlich mehr als 10 GWh CO2-freien Strom von der meistro Energie GmbH geliefert bekommen. Dadurch reduziert das Unternehmen seinen CO2-Ausstoß beim Stromverbrauch zukünftig jedes Jahr um mindestens 2.700 Tonnen.