Energie Transparent 06/2014

Energie Transparent 06/2014

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
in der letzten Woche hat der Bundestag die neue EEG-Novelle durchgewinkt. Vorausgesetzt die EU stimmt zu, wird die Reform wird am 1. August in Kraft treten. Veränderungen an den Bedingungen der Förderung von Erneuerbaren Energien sind längst überfällig. Die aktuelle Gesetzesnovellierung schafft allerdings neue Unsicherheiten. Warum das so ist, erklären wir Ihnen in der Rubrik Energiepolitik.
 
An anderer Stelle gibt es zunächst Grund zur Freude: Bereits fast ein Fünftel der weltweit verbrauchten Energie stammt aus erneuerbaren Quellen – Tendenz steigend. Es ist eine gute Nachricht, dass die Energiewende nicht allein ein in Deutschland sehr prominentes Politikum ist, sondern weltweit vorangetrieben wird. Für deutsche Energiepolitiker ist das ein Anlass sich auf die Schultern zu klopfen, doch sollten sie auch hierzulande aufpassen, dass Klimaschutzziele nicht aufgeweicht werden. Denn: Nicht alle Entwicklungen verheißen Gutes. In unserer Rubrik Strommarkt berichten wir davon.
 
Um die Ziele der Energiewende zu erreichen ist vor allem ein Thema immens wichtig: die Energieeffizienz. Unternehmen müssen sich zunehmend mit einer effizienten Nutzung der eingekauften Energie auseinandersetzen – um Kosten zu sparen und Ressourcen zu schonen. In unserer Rubrik Energieeffizienz liegt der Fokus heute auf der Dämmung von technischen Anlagen.
 
Abschließend berichten wir Ihnen unter „meistro und…“ von unserer Zusammenkunft mit der Bucherer GmbH. Das Traditionsunternehmen stellt Treppen aus Holz her und bezieht nun klimaneutrale Energie von meistro.
 
 
Viel Freude bei der Lektüre des Newsletters wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Zu Beginn des Monats gaben die Preise am Strom Terminmarkt nach. Im weiteren Verlauf ging die Preisentwicklung in eine Seitwärtsbewegung über, die zur Mitte hin durch einen Preisanstieg unterbrochen wurde. Zum Ende des Monats verlief die Kurve wieder in eine Seitwärtsbewegung.
 
Erdgas: Warme Wetterverhältnisse und gut gefüllte Speicherstände führten zu Beginn des Monats zu fallenden Preisen am Terminmarkt. Der Lieferstopp Russlands in die Ukraine führte zur Mitte des Monats zu einem Anstieg der Erdgaspreise. Zum Ende hin fielen die Preise wieder. Allerdings wurde der Fall durch steigende Ölpreise aufgrund der unsicheren politischen Lage im Irak und in Lybien gebremst.
 
 
 

Energiepolitik

Die EEG-Reform macht das Gerüst wackliger

 
Am vergangenen Freitag hat der Bundestag die EEG-Reform im Eiltempo verabschiedet. 454 der 583 Abgeordneten stimmten für die von der großen Koalition angestrebte Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG), die bereits zum 1. August dieses Jahres in Kraft treten soll. Auch der Bundesrat wird sich wohl nicht in den Weg stellen. Was auf den ersten Blick nach klarem, zielorientierten Handeln aussieht, ist auf den zweiten Blick sehr umstritten. Noch im Juli muss eine Einigung mit der EU-Kommission getroffen werden, deren Zustimmung zum Entwurf nicht sicher ist. Diese ist aber notwendig, um die Preisrabatte für stromintensive Betriebe aufrechtzuerhalten. Kommt es hier zu Verzögerungen, können Unternehmen ihre Rabattanträge für 2015 nicht mehr rechtzeitig stellen.
 
Die geplanten Änderungen sollen dazu führen, dass die EEG-Umlage und damit auch die Energiepreise für Verbraucher stabiler werden. Vorgesehen sind u.a. eine Verpflichtung zur Direktvermarktung von Ökostrom-Anlagen und die Umlagebeteiligung für Eigenstromerzeuger. Für Erneuerbare-Energien-Anlagen und hocheffiziente Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen, die ab August in Betrieb genommen werden, ist künftig eine reduzierte Beteiligung vorgesehen. Diese wird gestaffelt und soll ab 2017 40 Prozent des Normalsatzes betragen. Ausgenommen sind lediglich Betreiber von Kleinanlagen bis zehn Kilowatt (bei einem Verbrauch von bis zu zehn Megawattstunden), der Kraftwerkseigenverbrauch sowie Letztverbraucher, die sich vollständig aus Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne Inanspruchnahme von Förderungen selbst versorgen.
 
Auf der Kippe stehen nun allerdings auch Garantien, die den bisherigen Eigenversorgern gegeben wurden. Denn die Zusage der EU, dass bestehende Erzeuger-Anlagen von der Umlage ausgenommen werden, gilt nur noch bis Ende 2016. Zwar drängen Kanzlerin Angela Merkel und Energieminister Sigmar Gabriel auf eine Fortführung, dennoch ergeben sich viele Unsicherheiten auf Unternehmerseite. Eindeutige Rahmenbedingungen und ein verlässlicher Vertrauensschutz sehen anders aus.
 
Trotz richtiger Absichten der Reform liegt das an einer unzulänglichen Ausarbeitung seitens der Bundesregierung. Die steigenden Kosten der Energiewende können durch die Belastung der Eigenstromerzeuger nicht ausgeglichen werden. Gleichzeitig sorgt der Entwurf dafür, dass der sinnvolle Ansatz einer dezentralen und besonders effizienten Energieversorgung – der bislang stark gefördert wurde – weniger attraktiv wird.
 
Dringend notwendig wäre eine grundlegende Reform, die das gesamte Umlagesystem auf den Prüfstand stellt. Denn anstatt die Verteilung der immer teurer werdenden Umlagen hin- und her zu verschieben, sollten Alternativen wie eine Steuerfinanzierung diskutiert werden. Auch bei den noch immer monopolistisch geregelten Entgelten für die Netznutzung besteht Handlungsbedarf, Bewegung ist hier nicht in Sicht. Statt sich also auf die Justierung einiger Stellschrauben wie die Eigenstrombelastung zu konzentrieren, muss die Politik einen zukunftsfesten Rahmen und damit Sicherheiten für Erzeuger und Verbraucher schaffen. Die aktuelle Gesetznovellierung ist da leider eher kontraproduktiv: Die Reformen sollten eigentlich für mehr Stabilität bei der Energiewende sorgen, stattdessen machen sie das Gerüst nur wackliger.
 
 

Energiemarkt

Ein Fünftel der weltweit verbrauchten Energie ist umweltfreundlich

 
Der Ausbau des Anteils an erneuerbaren Energien ist gerade in Deutschland aufgrund der Energiewende ein wichtiges Thema. Betrachtet man allerdings die Berichterstattung über die klimatischen Veränderungen der Erde, fallen vor allem die negativen Schlagzeilen ins Gewicht: Die Bilder von der verschmutzten Luft in chinesischen Großstädten oder die Zahlen der CO2-Belastung durch die US-Industrie machen wenig Mut. Das schönzureden wäre auch wenig konstruktiv, ein Blick auf die positiven Entwicklungen kann aber nicht schaden. Denn der Ausbau der regenerativen Energiequellen ist kein rein deutsches Phänomen, sondern wird weltweit vorangetrieben.
 
Diese Entwicklung lässt sich auch in Zahlen ausdrücken. Das Politiknetzwerk Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21) hat dazu jüngst die weltweiten Ausprägungen der Öko-Offensive vorgestellt: Demnach werden heute bereits 19 Prozent der weltweit verbrauchten Endenergie aus erneuerbaren Energien gewonnen – fast ein Fünftel. Insgesamt wurden im Jahr 2013 weltweit mindestens 249 Milliarden US_Dollar in Elektrizitäts- und Kraftstofferzeugung aus erneuerbaren Energien investiert. Über alle Staaten verteilt wurden mehr Neuinstallationen erneuerbarer Stromerzeugungskapazitäten verzeichnet als je zuvor – mehr als die Hälfte aller Neuinstallationen entfiel dabei auf die Erneuerbaren.
 
Die deutsche Politik nutzt diese guten Nachrichten natürlich und klopft sich selbst auf die Schulter. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel lobte Deutschland als Mitglied in der Spitzengruppe der Länder mit dem höchsten jährlichen Zuwachs des erneuerbaren Anteils an den Stromerzeugungskapazitäten. Entwicklungsminister Gerd Müller machte darauf aufmerksam, dass mittlerweile 95 Entwicklungs- und Schwellenländer Energiepolitiken und Ziele für erneuerbare Energie verabschiedet haben.
 
Was die Entwicklung in der Energiepolitik im Gesamten angeht, kann Deutschland tatsächlich als Vorbild bezeichnet werden. Die Politik muss aber aufpassen, dass die Ziele hierzulande nicht aufgeweicht werden. Am 1. August soll die nächste EEG-Reform in Kraft treten. Diese sieht unter anderem vor, dass Unternehmen, die ihre benötigte Energie im Sinne der Energiewende dezentral und damit klimafreundlich und energieeffizient selbst produzieren, nicht länger von der EEG-Umlage befreit werden sollen. Die Eigenversorgung unterstützt prinzipiell die Ziele der Energiewende, dennoch sollen Unternehmen noch zusätzlich mit deren Kosten belastet werden. Der Schritt zur Eigenversorgung büßt dadurch an Attraktivität ein. Sinnvoll im Sinne einer Förderung von Energieeffizienz ist das nicht. Die Politik sollte darauf achten, sich auf der Vorreiterrolle nicht auszuruhen, sondern diese weiter auszubauen. Damit gute Nachrichten auch wirklich Anlass zur Freude geben.
 
 
 

Energieeffizienz

Nicht nur im Winter aktuell: Dämmung senkt Energiekosten

 
Investitionen in die Dämmung von industrietechnischen Anlagen tragen wesentlich zur Energieeffizienz von Unternehmen bei: nach Angabe der Deutschen Energie-Agentur (dena) ist die Dämmung von Anlagen in Industrie und Gewerbe äußerst wirtschaftlich und erzielt in der Regel eine Kapitalrendite von über 50 Prozent. Einen ersten Test zur Überprüfung der eigenen Anlagen können Unternehmer unkompliziert im Internet durchführen: Auf der Webseite der dena errechnet der „Quickcheck Rohrleitungsisolierung“ in zwei Schritten das Einsparpotenzial durch Dämmung von Rohrleitungen in betriebstechnischen Anlagen.
 
Zur genauen Analyse empfiehlt sich die Betriebsbegehung in Begleitung eines entsprechend qualifizierten Energieberaters. Dabei wird vor Ort der Ist-Zustand von Rohrleitungsisolierungen, Ventilen und Behältern sowie vorhandenen Wärmebrücken ermittelt. Nach der Bestandsaufnahme der erhobenen Kennwerte können dann entsprechende Optimierungsmaßnahmen in die Wege geleitet werden.
 
Ein Überblick über gelungene Praxisbeispiele und mögliche Dämmmaßnahmen findet sich in der Broschüre „Dämmung von Anlagen in Industrie und Gewerbe“ der dena.
 
Den Quickcheck erreichen Sie hier.
 
 
 

meistro und…

…der Treppenbauer Bucher

 
Seit diesem Jahr bezieht das schwäbische Traditionsunternehmen Bucher GmbH klimaneutralen Strom von meistro. Die Bucher GmbH hat ihren Schwerpunkt im Holztreppenbau und bietet dabei neben modernen Treppenkonstruktionen von hoher Qualität aus eigener Produktion auch Detaillösungen für Alt- und Neubauten. Durch den Bezug von jährlich rund 500.000 kWh CO2-freiem Strom wird die Umwelt im Vergleich zum Bezug von konventionellem Strom um 256 Tonnen CO2 entlastet. Neben dem Unternehmenssitz der Bucher GmbH, in dem die Verwaltung, die Produktion und ein Treppenstudio beheimatet sind und das auch Stammhaus der Treppenmeister-Partnergemeinschaft ist, bezieht auch das Treppenstudio in Bad Waldsee klimaneutralen Strom von meistro.