Energie Transparent 06/2013

Energie Transparent 06/2013

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
große Stromverbraucher werden energiepolitisch oftmals gesondert behandelt. So wurden beispielsweise energieintensive Unternehmen nach § 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung bisher grundsätzlich von den Netzentgelten befreit. Das Bundeskabinett hat nun eine Änderung der Strom- und Gasnetzentgeltverordnung beschlossen. Warum diese jedoch die falschen Anreize setzt, erläutern wir in der Rubrik „Energiepolitik“.
 
Unter „Energiemarkt“ stellen wir Ihnen einige Aspekte des aktuellen Jahresberichts der Bundesnetzagentur vor. Dieser zeigt deutlich, dass die Liberalisierung des Energiemarkts erfolgreich voranschreitet und sich somit ein positiver Trend zum Anbieterwechsel abzeichnet.
 
In unserer letzten Rubrik „meistro und…“ berichten wir von unserer Kooperation mit der Grand City Hotels GmbH, die seit Anfang 2013 mit dem jährlichen Bezug von 80 GWh zu unseren Kunden zählt.
 
Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom
 
Zum Monatswechsel gab es am Terminmarkt eine Seitwärtsbewegung, die zur Mitte des Monats in eine Abwärtsbewegung endete. Nach einem leicht Aufwärtstrend ab Mitte des Monats fielen die Preis erneut.
 
Erdgas:
 
Bis zur Mitte des Monats relativ stabil, stiegen die Preise am Terminmarkt ab Mitte des Monats deutlich an, um anschließend wieder auf einem ählichen Niveau wie zuvor zu landen.
 
Entwicklung der Strompreise im Bild
Entwicklung der Erdgaspreise im Bild
Direkt Energie sparen – Tipps von meistro
 

Energiepolitik

Änderungen der Stromnetzentgeltverordnung setzen falsche Anreize

 
Seit Inkrafttreten der Stromnetzentgeltverordnung 2005 bestehen Sonderregelungen für energieintensive Unternehmen. In einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes wurde 2011 festgelegt, dass bereits Unternehmen als energieintensiv gelten, die auf 7.000 Benutzungsstunden und 10 Gigawattstunden kommen. Diese Unternehmen wurden vollständig von den Netzentgelten befreit. Die den Netzbetreibern daraus entstehenden Kosten werden bundesweit auf die übrigen Verbraucher abgewälzt (§ 19 StromNEV).
 
Diese Netzentgeltbefreiung und die sogenannte § 19-Umlage standen schon lange in der Kritik. Nun hat das Bundeskabinett Ende Mai eine Änderung der Strom- und Gasnetzentgeltverordnung beschlossen, nach der die Netzentgeltbefreiung durch eine nach Benutzungsstunden gestaffelte Netzentgeltreduzierung ersetzt wird. Wie der Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (bne) kommentiert, setzt diese Gesetzesnovelle im Kontext der Energiewende die „völlig falschen Anreize“. Denn während energieintensive Unternehmen nun sehr geringe Netzentgelte zahlen müssen, werden Unternehmen, die ihren Stromverbrauch netzentlastend gestalten, bestraft.
 
Die Auswirkungen sind laut bne kontraproduktiv, da es sich für Unternehmen unter Umständen nicht lohnt netzentlastend zu arbeiten. Von der neuen Regelung profitieren genau die Unternehmen, die möglichst konstant Strom verbrauchen. Doch gerade mit der Einspeisung der erneuerbaren Energien in das Stromnetz spielt der netzentlastende Stromverbrauch eine wichtige Rolle. Stimmt der Bundesrat dem Verordnungsentwurf Anfang Juli 2013 zu, so treten die Änderungen noch im Sommer 2013, bzw. Anfang 2014 in Kraft.
 

Energiemarkt

Bundesnetzagentur: Zahl der Lieferantenwechsel steigt weiter

 
Die Liberalisierung des Energiemarkts schreitet voran. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht der Bundesnetzagentur. Demnach haben sich die Möglichkeiten für Energiekunden, aus einem breiten Angebot von Lieferanten zu wählen, 2012 weiter verbessert. Laut dem Bericht waren in knapp drei Vierteln aller Netzgebiete Anfang des Jahres 2012 mehr als 50 Anbieter aktiv. 2007 war dies nur bei einem Drittel der Fall. Darüber hinaus stieg auch die Zahl derjenigen, die zu einem anderen Anbieter wechselten oder bei ihrem alten Anbieter einen Sondervertrag abschlossen, sowohl im Strom- als auch im Gasbereich weiter an. Besonders Kunden mit einem hohen Energieverbrauch zählen zu den aktiven und wechselwilligen Kunden. Im Bereich der Industrie­ und Gewerbekunden waren im Jahr 2011 etwa 32.000 Lieferantenwechsel mehr als im Jahr 2010 zu verzeichnen.
 
Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: "Ich freue mich über die Fortsetzung des positiven Trends beim Anbieterwechsel. Allerdings verharren weiterhin knapp 40 Prozent aller Haushaltskunden in der Grundversorgung. Diese stellt nach wie vor die teuerste Versorgungsart dar. Vor diesem Hintergrund sollten alle Verbraucher prüfen, ob nicht günstigere Angebote verfügbar sind." Allerdings weist die Bundesnetzagentur darauf hin, dass es wichtig ist, sich genau über die Konditionen der verfügbaren Angebote zu informieren. Vorkasse und hohe Boni-Versprechen können sehr riskant sein, denn bei einer Insolvenz des Lieferanten sind auch die Kunden betroffen. Als mahnendes Beispiel für die Konsequenzen dienen die Insolvenzen von Teldafax und Flexstrom, bei denen viele Kunden ihr im Voraus bezahltes Geld beziehungsweise ihre Boni-Ansprüche verloren haben.
 

meistro und...

Grand City

 
Die Grand City Hotels GmbH zählt seit Anfang 2013 zu den Großkunden von meistro. 50 Grand City Hotels und weitere 60 angeschlossene Residentials in Deutschland beziehen seit dem 1. Januar 2013 jährlich 80 GWh sauberes Erdgas. Die Hotelkette senkt somit ihre Energiekosten und verbessert ihren CO2-Fußabdruck. Hiermit trägt Grand City auch dem wachsenden Umweltbewusstsein vieler Gäste Rechnung.
 
Erdgas ist ein besonders umweltfreundlicher Energieträger. Beim Bezug von meistro-Erdgas können Kunden ihre Umweltbilanz noch weiter verbessern, da der CO2-Ausstoß, der bei der Erdgasherstellung entsteht, durch die Unterstützung von Umweltprojekten an anderer Stelle vollständig ausgeglichen wird (Verified Emission Reductions).
 
Gerade für Hotels ist die Nutzung von Erdgas im eigenen Blockheizkraftwerk eine attraktive Option, da das Erdgas sowohl zur Verstromung als auch zur Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Dessen ungeachtet stellen die steigenden Strompreise gerade für Unternehmen des Gastgewerbes eine große Herausforderung dar. Die Grand City Hotels GmbH verhandelt aktuell noch mit meistro über den Bezug von 49 GWh sauberen Stroms.