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Energie Transparent 04/2014

Energie Transparent 04/2014

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie-Transparent“,
 
trotz der Anreizregulierung sind die Entgelte, die Energieverbraucher für die Nutzung der Verteilernetze zahlen müssen, noch immer zu hoch. Zudem unterscheiden sich die Kosten je nach Region beträchtlich, wie eine Analyse des Bundesverbands Neuer Energieanbieter e.V. (bne) herausgefunden hat. Mehr Effizienz scheint von den Netzbetreibern aber nicht angestrebt zu werden, denn mit dem Spielraum aus der Monopolstellung lässt sich der Wettbewerb in den liberalisierten Bereichen ausbremsen. Warum neue Rahmenbedingungen für die Regulierung dringend nötig sind, zeigen wir Ihnen in unserer Rubrik Energiemarkt.
 
Dass Energieeffizienz nicht nur die individuellen sondern auch die volkswirtschaftlichen Kosten senken kann, zeigt eine aktuelle Studie der Prognos AG. In der Rubrik Energieeffizienz stellen wir Ihnen vor, wie ein nachhaltiger Umgang mit Energie die Umbaukosten des deutschen Stromsystems bis 2035 um bis zu 20 Milliarden Euro senken könnte. Besonders in Unternehmen bleibt hier noch viel wirtschaftliches Potenzial ungenutzt. Hier hilft der Mittelstandsverbund mit dem Projekt „Mittelstand für Energieeffizienz“ Unternehmern auf der Suche nach genau diesen Potenzialen.
 
Abschließend berichten wir Ihnen unter „meistro und…“ von unserer Zusammenarbeit mit der Kochhaus GmbH. Seit 2011 hilft meistro dem Lebensmittelhändler dabei, Nachhaltigkeit auch beim Energieverbrauch umzusetzen.
 
Viel Freude bei der Lektüre des Newsletters wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Die Änderungen der Förderkürzung in den Verhandlungen um die EEG Novellierung führte zu Beginn des Monats zu einem Allzeittief am Stromterminmarkt. Im weiteren Verlauf des Monats kam es aufgrund der Situation in der Ukraine zu einem leichten Aufwärtstrend, der zum Ende des Monats in einem Seitwärtstrend überging.
 
Erdgas: Nach stark fallenden Preisen in der ersten Aprilwoche erholten sich die Erdgaspreise am Terminmarkt im weiteren Verlauf. Der Konflikt in der Ukraine trieb das Preisniveau zur Mitte des Monats in die Höhe. Dieses Niveau hielt bis zum Ende des Monats April an.
 
 
 
 

Energiemarkt

Abrechnungsentgelte: Verteilnetzbetreiber belasten Unternehmen unnötig

 
In Deutschland wird der monopolistische Markt der Verteilnetzbetreiber seit 2009 über die Anreizregulierung gesteuert, um die Höhe der Nutzungsentgelte zu kontrollieren und Unternehmen mehr Effizienz abzuverlangen. Durch die Vorgabe von Obergrenzen soll der Wettbewerb für Anbieter erneuerbarer Energien geöffnet und die Preise für Strom und Gas im Zuge der Energiewende langfristig gesenkt werden. Vor Beginn einer Regulierungsperiode wird dazu für jeden Netzbetreiber eine Erlösobergrenze ermittelt, die an einen individuellen Effizienzwert gekoppelt ist. So wird festgelegt, welche Beträge die Betreiber aus den Entgelten erlösen dürfen – aus höherer Effizienz folgt mehr Gewinn. Bis zum Ende dieses Jahres will die Bundesnetzagentur nun einen Evaluierungsbericht vorlegen, der die Grundlage für die Rahmenbedingungen der dritten Regulierungsperiode stellen wird.
 
Vor diesem Hintergrund sieht der Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) noch wesentlichen Verbesserungsbedarf in der Anreizregulierung. Denn seine jüngste Analyse zeigt, dass die Netzbetreiber gewerblichen wie privaten Energieverbrauchern noch immer deutlich überteuerte Abrechnungsentgelte berechnen. So zahlen Endkunden in Deutschland jährlich rund 740 Millionen Euro für die Nutzung der Verteilernetze. Es könnten aber 500 Millionen Euro weniger sein, wenn es einheitliche Regelungen für die Höhe der Gebühren gäbe und die Unternehmen ihre Effizienz tatsächlich steigern würden.
 
Die Abrechnungsentgelte werden von den Verteilnetzbetreibern im Strom- und Gasbereich erhoben und weichen je nach Region und Kundengruppe beträchtlich voneinander ab. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Kunden aus der Industrie und bei Unternehmen, die einen erhöhten Strom- oder Gasverbrauch aufweisen. Dieses Ungleichgewicht geht auf eine willkürliche Preisgestaltung der Netzbetreiber zurück – zu Lasten der Endkunden. Und die Verbraucher bleiben machtlos, denn selbst ein Anbieterwechsel bringt nichts: Die Betreiber kassieren je nach Region – unabhängig von der Energielieferung.
 
Die potenziellen Einsparungen ließen sich realisieren, wenn die Verteilnetzbetreiber für effizientere Abläufe sorgen und ausschließlich die tatsächlichen Kosten weitergeben würden. Daran scheint jedoch kein Interesse zu bestehen. Vielmehr nutzen die Betreiber den durch die Monopolstellung entstehenden Spielraum, um einen Wettbewerb in liberalisierten Bereichen wie dem Messwesen zu verhindern. Hier besteht Handlungsbedarf auf Seiten der Politik, um einen fairen Wettbewerb zu ermöglich und die Endkunden zu entlasten. Zum Beispiel könnte das Abrechnungsentgelt für die kommende Regulierungsperiode gestrichen werden.
 
 

Energieeffizienz

Stromsparen macht die Energiewende billiger

 
Der effiziente Einsatz von Energie reduziert die Betriebskosten. Welche Auswirkungen die Einsparungen auf die Gesamtkosten der Energiewende haben, zeigt eine Studie der Prognos AG (PDF), die die positiven Effekte von Energieeffizienz belegt. Demnach könnten die Kosten für den notwendigen Umbau des deutschen Stromsystems durch eine Steigerung der Energieeffizienz bereits bis 2035 um bis zu 20 Milliarden Euro gesenkt werden. Denn je geringer der Stromverbrauch, desto niedriger sind auch die zukünftigen Ausgaben für die Produktion und den Transport von Energie. Die Einsparungen ergäben sich durch einen reduzierten Investitionsbedarf.
 
Die Autoren werteten für ihre Studie vier verschiedene Szenarien aus, in denen sie unterschiedliche Steigerungsraten der Energieeffizienz berücksichtigten. Je nach betrachtetem Szenario bewirkt jede heute eingesparte Kilowattstunde Strom eine Kostenersparnis von 11 bis 15 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2035. Zudem wirkt sich die Energieeffizienz positiv auf den Stromnetzausbau aus: In Deutschland müssten bis 2050 nur 5.000 Kilometer neue Netze gebaut werden, ohne eine Steigerung wären es 8.500 Kilometer. Denn: Wie viele Leitungen letztlich neu gebaut werden müssen, hängt direkt vom tatsächlichen Stromverbrauch der Deutschen ab.
 
In den privaten Haushalten, vor allem aber auch im Gewerbe, gibt es noch ein großes wirtschaftliches Potenzial zur Senkung des Stromverbrauchs. Beispielsweise könnten Unternehmen die Betriebsausgaben durch intelligente Beleuchtung deutlich senken. Auch die Heizkosten sind in vielen Unternehmen noch immer zu hoch. Konkrete Beispiele und belastbare Zahlen für Einsparpotenziale liefert hierzu eine aktuelle Studie des Mittelstandsverbunds. Im Rahmen des Projekts „Mittelstand für Energieeffizienz“ zeigt die Initiative auf, wieviel Geld mittelständische Betriebe mit den entsprechenden Maßnahmen einsparen können.
 
 

meistro und…

…der Lebensmittelhändler Kochhaus

 
Seit 2011 beliefert meistro Kochhaus, das erste Kaufhaus, das sein Sortiment nach Rezepten ordnet, mit Strom und Gas aus einer Hand. Mittlerweile betreibt das Unternehmen deutschlandweit zehn Märkte und profitiert dabei vom Energielieferanten meistro, der ebenfalls bundesweit tätig ist. So erhält der Lebensmittelhändler eine gesammelte Rechnung bei individuellen Preisen für die jeweiligen Filialen, variable Vertragslaufzeiten und eine verbrauchsorientierte Abrechnung. Durch direktes Monitoring und die Analyse des Verbrauchs werden Energiekostenkontrolle und Verbrauchsanpassung möglich gemacht. Für Kochhaus, das als Unternehmen den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen lebt, ist der bedarfsgerechte Bezug von klimaneutraler Energie nur konsequent: Jedes Jahr reduziert das Unternehmen mit meistro seine CO2-Emissionen um etwa 275 Tonnen.