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Energie Transparent 03/2014

Energie Transparent 03/2014

Editorial

 
Liebe Leser von „Energie Transparent“,
 
bis zur finalen Reform des EEG vergehen zwar noch ein paar Monate, der Gesetzgebungsprozess ist jedoch schon in vollem Gange. Anfang März legte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Referentenentwurf vor. Trotz einiger guter Impulse gibt es gerade beim Thema Eigenstromverbrauch noch Verbesserungsbedarf. In unserer Rubrik Energiepolitik stellen wir Ihnen die Einschätzung des Bundesverbands Neuer Energieanbieter (bne) zum Entwurf vor.
 
Die Krim-Krise und das angespannte Verhältnis zwischen der EU und Russland sind seit einiger Zeit ein mediales Dauerthema. Russlands Rolle als großer Gaslieferant für Deutschland bringt in diesem Kontext den Gasmarkt in Aufruhr. In unserer Rubrik Energiemarkt möchten wir Sie allerdings beruhigen und geben einen Einblick in die tatsächliche Lage der Gasversorgung in Deutschland.
 
Abschließend stellen wir Ihnen unter „meistro und…“ unser neues Konzept zur Strompatenschaft vor. Das erfolgreiche Spendenmodell von meistro soll in Zukunft soziale Einrichtungen auch beim Aufbau von Eigenstromerzeugung unterstützen.
 
Viel Freude bei der Lektüre des Newsletters wünscht Ihnen
 
Michael Koch
Unternehmenskommunikation
 
 

Energiepreise

Preisentwicklung Strom und Erdgas

 
Strom: Ein schwacher CO2 - und Kohlepreis sorgten Anfang März für ein niedriges Preisniveau. Die Verschärfung der Krim – Krise sorgte dafür, dass die Preise am Terminmarkt bis zur Mitte des Monats anzogen. Ab Mitte März fielen Preise jedoch wieder. Dieser Trend hielt aufgrund fallender CO2 Preise und niedriger Spotpreise bis zum Ende des Monats an.
 
Erdgas: Anfang März löste die Krim – Krise eine Schockwelle im deutschen Gasmarkt aus. Diese Schockwelle ebbte jedoch ebenso schnell wieder ab. Denn die Fakten schafft in diesem Jahr der sehr milde Winter, der für überdurchschnittlich hohe Speichstände gesorgt hat. Zusätzlich führten sinkende Spotpreise für ein Allzeittief zum Ende des Monats März.
 
 
 
 

Energiepolitik

EEG-Reform: Impulse mit Verbesserungsbedarf

 
Im Januar hat das Bundeskabinett die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel vorgelegten Eckpunkte einer grundlegenden EEG-Reform beschlossen. Ziel der Gesetzesreform ist es, die erneuerbaren Energien schneller in den Markt zu integrieren und dabei Versorgungs-und Finanzierungssicherheit zu gewährleisten. Anfang März legte nun das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) einen Referentenentwurf zur Reform des EEG vor. Dieser strebt unter anderem den Abbau bestehender Überförderungen, die Einführung einer Direktvermarktungspflicht für Betreiber von EEG-Anlagen, die Konzentration auf Wind- und Solarenergie sowie eine grundlegende Vereinfachung des EEG und seiner Fördertatbestände an. Der Entwurf liefert zwar gute Impulse, gerade beim Thema Eigenstrom herrscht aber noch dringender Verbesserungsbedarf.
 
Für den Bundesverband Neuer Energieanbieter (bne) markiert die Direktvermarktungspflicht für Betreiber von EEG-Anlagen einen wichtigen Wendepunkt. Durch die Initiierung einer verpflichtenden Marktprämie für Anlagen mit geringerer Leistung werden ab dem nächsten Jahr auch Betreiber mittelgroßer EEG-Anlagen angehalten, diese marktorientiert zu betreiben. Ziel der Direktvermarkungspflicht ist, dass künftig mehr Strommengen direkt an Dritte oder an der Börse vermarktet werden und dann eine Einspeisung erfahren, wenn die größte Nachfrage und somit der höchste Preis besteht. Die Kosten für die Verbraucher könnten so mittelfristig sinken. Ab 2016 gilt die Marktprämie zunächst für Anlagen ab 500 Kilowatt Leistung. Bis zum Jahr 2017 soll sie schrittweise für Anlagen mit mindestens 100 Kilowatt Leistung, wie etwa PV-Anlagen, geltend werden.
 
bne-Geschäftsführer Robert Busch begrüßt die Forcierung zur Direktvermarktung, hätte sich aber noch ambitioniertere Ziele gewünscht. Er hält eine sukzessive Ausweitung der Direktvermarktungspflicht bis hin zu Kleinanlagen mit 50 Kilowatt Leistung für angemessen. "So können wir eine noch schnellere Marktintegration der Erneuerbaren erreichen", betont Busch. Die von Kleinanlagen produzierten Strommengen ausschließlich über Übertragungsnetzbetreiber vermarkten zu lassen, erachtet Busch als unökonomisch und plädiert für eine stärkere Vermarktung des Kleinanlagenstroms über wettbewerbliche Akteure.
 
Kritik übt der bne vor allem an der geplanten EEG-Umlage auf den Eigenstromverbrauch. Eine Verteilung der Energiewendekosten auf mehr Aufkommenspflichtige wird zwar als grundsätzlich richtig betrachtet, Stromselbsterzeuger in die EEG-Umlage einzubeziehen, lehnt der Verband jedoch ab. Anstelle einer Ausweitung der nicht mehr zeitgemäßen Umlagesystematik sollte es leistungsbezogene Umlagen, Grundgebühren oder auch Steuerfinanzierungen geben. Die EEG-Umlage wie geplant auf Nutzer selbst erzeugten Stroms auszudehnen, ist der falsche Ansatz. Insbesondere da es in der Zukunft immer mehr Anlagen geben wird, die ausschließlich auf den Eigenbedarf und nicht mehr auf eine Stromeinspeisung ausgerichtet sind, wie etwa die an Popularität gewinnenden Blockheizkraftwerke.
 
Auch aus rechtlicher Sicht erscheint eine Verbrauchsbelastung selbst produzierten Stroms problematisch. Die Bemühungen, auch Betreiber von EEG-Anlagen an den Kosten der Energiewende zu beteiligen, stehen zudem in einem eklatanten Missverhältnis zu den 2014 noch einmal ausgeweiteten Sonderregelungen für Kohlekraftwerke und den Kohlebergbau, die von der EEG-Umlage ausgenommen sind. Sinnvoller erscheint auch aus Sicht des bne eine Senkung der Fördersätze für kleine PV-Anlagen, welche vor allem dem Eigenverbrauch dienen.
 
Der Referentenentwurf soll am 06. Juni vom Bundeskabinett beschlossen werden. Im Juli soll das EEG nach einer Anhörung im Bundestag verabschiedet werden.
 
 

Energiemarkt

Die Krim-Krise und der deutsche Gasmarkt

 
Im Zuge des aktuellen Krim-Konfliktes werden Warnungen lauter, dass Deutschland zu stark von russischem Gas abhängig ist – immerhin werden rund 35 bis 40 Prozent des deutschen Gasbedarfs durch russische Importe gedeckt. Damit ist Russland für die Bundesrepublik der größte Lieferant. Die EU-Staaten debattierten bereits in Brüssel, wie sie in Zukunft unabhängiger vom russischen Gas werden können. Nach den Konflikten zwischen der Ukraine und Russland 2006 und 2009 hatte die EU bereits Projekte in diese Richtung angestoßen, die durch die Krim-Krise nun deutlich beschleunigt werden sollen.
 
Jedoch würde ein kurzfristiges Abdrehen des Gashahns für Deutschland nur geringe Auswirkungen haben: nach Angaben der ARD sind die deutschen Gasspeicher mit 13 Milliarden Kubikmeter – auch aufgrund des milden Winters – gut gefüllt. Die 47 Gasspeicher in Deutschland sind die viertgrößten weltweit. Laut Bundeswirtschaftsministerium liegt der Jahresbedarf bei 95 Milliarden Kubikmeter und steigt naturgemäß vor allem in den Wintermonaten. Bevor es aktuell zu einem tatsächlichen Engpass kommen könnte, hätte die Gasbranche ein paar Monate Zeit, alternative Quellen zu finden. Außerdem kann kurzfristig auch aus anderen Lieferländern Gas bezogen werden. Die Aussage des Wirtschafsministeriums lautet daher: "Es besteht kein Anlass zur Sorge.“
 
 
 

meistro und…

…das neue Konzept der Strompatenschaft

 
Das Modell der Strompatenschaft hat bei meistro Tradition: erst vor Kurzem hat das Unternehmen gemeinsam mit der Cursor Software AG eine Strompatenschaft für das SOS-Kinderdorf Gera übernommen. Zukünftig soll es SOS-Dorfgemeinschaften durch ein neues Konzept ermöglicht werden, ihre Energie selbst zu erzeugen. Durch Unterstützung bei der Installation von Blockheizkraftwerken und Photovoltaikanlagen können sich die Einrichtungen unabhängig und effizient in ihrer Energieerzeugung aufstellen und das gesparte Geld in den Ausbau ihrer Kinder- und Jugendarbeit zu investieren. Hierfür wird meistro in zeitlich begrenzten Kampagnen für jeden eingehenden Lieferauftrag einen vorher definierten Betrag in die Umsetzung einer solchen Anlage spenden.