Strommarkt

Worin besteht das Ziel der „Liberalisierung der Energiemärkte“?

Die Liberalisierung der Energiemärkte verfolgt das Ziel eines europaweiten Wettbewerbs in der Strom- und Gaserzeugung bzw. deren Weiterverkauf und Import. Bislang lagen die Erzeugung, Übertragung und Verteilung des Stroms in einer Hand, also bei einzeln integrierten Verbundunternehmen. Nach dem Gesetz zur Neuregelung der Energiewirtschaft (April 1998) müssen Erzeugung, Übertragung und Verteilung wirtschaftlich getrennt wahrgenommen werden (das sogenannte „Unbundling“). Die traditionellen Versorgungsunternehmen müssen ihre verschiedenen Bereiche in Einzelgesellschaften überführen.
 
Der Wettbewerb im Strommarkt findet jetzt in den Segmenten Erzeugung, Handel und Vertrieb statt. Transport und Verteilung des Stroms liegen als natürliche Monopole nach wie vor in der Hand monopolistisch agierender Energieriesen. Die Netze werden aber staatlich reguliert. Die staatlich regulierten Übertragungs- und Verteilnetzentgelte machen rund ein Viertel der Strompreise aus (Quelle: Bundesnetzagentur, Monitoringbericht 2012).
 
Mit dem 01.10.2006 hatten erstmals auch die Privatkunden und Gewerbekunden die Möglichkeit ihren Gasversorger frei wählen zu können. Aufgrund einer Vielzahl von Verordnungen und einer hohen Zahl von Marktgebieten fand zunächst allerdings kaum ein Wettbewerb und damit auch kaum ein Lieferantenwechsel im Gasbereich statt. In den letzten Jahren kam aber auch im Gasmarkt Bewegung. Mittlerweile gibt es nur noch zwei Marktgebiete und die Bedingungen für einen Lieferantenwechsel haben sich stark vereinfacht.
 

Warum profitiert der Kunde von der Liberalisierung des Strommarktes?

Vor 1998 lagen die Erzeugung, Übertragung und Verteilung des Stroms in einer Hand. Das bedeutet im Klartext: Einzelne Unternehmen hatten über große Regionen hinweg ein Monopol auf das gesamte Stromgeschäft. Es gab nahezu keinen Wettbewerb. Aufgrund der Liberalisierung sorgen neue Marktteilnehmer seither für einen starken Wettbewerb. Und in Märkten, in denen zuvor ein Monopol herrschte, zieht Wettbewerb sinkende Preise nach sich.