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meistro | Der Strom für Unternehmer

Energie Transparent 01/2012

Themen dieses Newsletters:

  • Energiepreise: Die Preisentwicklung bei Strom und Erdgas
  • Energiepolitik: Bonjours les énergies renouvelables - Energiewende auf Französisch
  • Energieeffizienz: Smart Meter – Smart Grid – Smart Energy
  • Themenserie „Im Blickpunkt Öko“: Teil IV: Welche Zertifikate für Ökostrom gibt es?
  • meistro und...: die neuen Strom Economico Produkt- und Preisblätter

Editorial

Liebe Leser von „Energie Transparent“,

zunehmender Wettbewerb im Energiemarkt kommt in erster Linie dem Verbraucher zu Gute, weil er zwischen vielen Anbietern und deren Angeboten wählen kann. Bereits im vergangenen Jahr hat sich der „Energie Transparent“ immer wieder dem Wettbewerb im Energiemarkt gewidmet. Als unabhängiger, bundesweiter Energieversorger im Strom- und Erdgasmarkt liegt ein funktionierender Mark natürlich auch in unser eigenem Interesse.

Im Zuge der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende wird der Markt zunehmend von dezentralen und erneuerbaren Energieerzeugern bestimmt, die für noch mehr Wettbewerb sorgen werden. Die vier großen Energieversorger bekommen diese Entwicklung jetzt schon durch starke Gewinnrückgänge zu spüren.

Auch in Zukunft wird eine sichere, saubere und wirtschaftliche Energieversorgung nur möglich sein, wenn ein fairer Wettbewerb garantiert werden kann. Erfreuliche Nachrichten kommen deshalb aus Berlin. Die Bundesnetzagentur hat ein „Eckpunktepapier zu den Aspekten des sich veränderten Energieversorgungssystems“ veröffentlicht, in dem sie sich deutlich für eine strikte Trennung zwischen reguliertem Netzbereich („Smart Grid“) und wettbewerblich organisiertem Markt („Smart Market“) in einem zukünftigen intelligenten Energiesystem ausspricht. Was sich hinter diesen Begrifflichkeiten verbirgt und was das Ganze mit dem Thema „Energieeffizienz“ zu tun hat lesen Sie in der gleichnamigen Rubrik.

Und wie die Energiewende in Deutschland auch die Energiepolitik bei unseren französischen Nachbarn beeinflusst, erfahren Sie im Beitrag „Bonjours les énergies renouvelables - Energiewende auf Französisch“. Natürlich erwarten Sie in dieser Ausgabe von „Energie Transparent“ wie gewohnt auch wieder Informationen zu den aktuellen Energiepreisentwicklungen sowie zum Angebot von meistro. Unsere Themenserie „Ökostrom“ widmet sich diesmal der Frage, welche Zertifikate es für sauberen Strom gibt und was sich dahinter verbirgt.

Viel Spaß bei der Lektüre und einen guten Start in das Jahr 2012.

Michael Koch
Unternehmenskommunikation

Energiepreise
Die Preisentwicklung bei Strom und Erdgas

Strom: Nach einer kurzzeitigen Stagnation der Stromterminpreise zum Jahresausgang 2011, sind die Preise im neuen Jahr weiter gefallen. Auslöser für diesen anhaltenden Trend war u.a. der starke Zubau von Solarmodulen (3 GW) im Dezember.

Erdgas: Der bisher außergewöhnlich milde Winter sorgt für einen geringeren Gasverbrauch. Die Folge sind volle Speicher und ein großes Angebot. Das Ergebnis sind kräftige Preisabschläge.

Energiepolitik
Bonjours les énergies renouvelables - Energiewende auf Französisch

„Frankreich“ und „Energiewende“ hatten bisher wenig miteinander zu tun. Dreiviertel des französischen Stroms wird durch 58 Kernreaktoren gedeckt. Zum Vergleich: Deutschland deckt derzeit nicht einmal ein Viertel seines Strombedarfs mit Atomenergie. Nun will Frankreich fünf große Windparks in der Normandie und der Bretagne errichten und geht damit einen großen Schritt in Richtung regenerativer Energieversorgung. Das Investitionsvolumen für die etwa 600 Windkraftanlagen liegt bei zehn Milliarden Euro. Bis 2015 sollen die errichteten Windparks rund 3.000 MW Leistung bereitstellen. Und in den darauf folgenden fünf Jahren sollen weitere 600 Anlagen die Gesamtleistung auf 6.000 MW steigern.

Angeblich wollte die französische Regierung den Weg der erneuerbaren Energien schon vor der Atomkatastrophe in Japan gehen. In Frankreich finden in diesem Jahr Präsidentschaftswahlen statt, was die Debatte um die Energieversorgung weiter befeuert. Der sozialistische Herausforderer Francois Hollande, dem gute Chance eingeräumt werden Nikolas Sarkozy aus dem Élysée-Palast zu verdrängen, hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges bis 2025 24 der 58 Reaktoren vom Netz zu nehmen.

Der Trend hin zu einer regenerativen Energieversorgung in Frankreich wird auch dadurch verstärkt, dass die Betreiber aufgrund eines Stresstest ihre Reaktoren massiv nachrüsten müssen. Diese Investitionen kosten allein den staatlichen Energiekonzern Energie de France (EDF) 50 Milliarden Euro. Laut Experten dürfte das den Weiterbetrieb der Anlagen unrentabel machen. Die Vorfälle in Fukushima und die eingeleitete Energiewende in Deutschland sind weitere gute Argumente für den Ausbau der Erneuerbaren in Frankreich.

Insgesamt ist man in Frankreich zwar noch weit davon entfernt von „Energiewende“ zu sprechen, aber ein Umdenken findet auch hier zu Gunsten der erneuerbaren Energien statt: Bonjours les énergies renouvelables. Deutschland Du bist nicht allein.

Energieeffizienz
Smart Meter – Smart Grid – Smart Energy

Mit Hilfe von intelligenten Stromzählern ('Smart Meter') lässt sich der Stromverbrauch Minuten genau ablesen. So hat der Verbraucher einerseits immer im Auge, wie viel Strom er verbraucht hat und ist gefeit vor bösen Überraschungen am Jahresende. Andererseits können mit Smart Metern auch Stromfresser im Betriebsalltag leichter identifiziert. Smart Meter schaffen damit mehr Transparenz und ein größeres Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch. So können sie dabei helfen, die Energieeffizienz zu steigern.

Während Smart Metern in Italien, Schweden oder den USA bereits in größerem Umfang installiert oder ihre Einführung beschlossen wurde, besteht in Deutschland keine Pflicht. Lediglich bei Neubauten oder Totalsanierung müssen die intelligenten Stromzähler seit Januar 2010 eingebaut werden. Doch hierzulande gehen die Entwicklungen bereits weiter: Smart Meter werden lediglich als Entwicklungsschritt auf dem Weg zu intelligenten Stromnetzen ('Smart Grids') gesehen.

Im Energiekonzept der Bundesregierung ist die Rede davon, eine intelligente Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugung, -speicherung, -verteilung/-netze und -verbrauch mit Hilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien zu erreichen. Das ermöglicht – zumindest teilweise – eine Verschiebung des Stromverbrauchs in Zeiten, in denen viel Strom aus Erneuerbaren Energien vorhanden ist, aber wenig verbraucht wird (z.B. Nachts). Das entlastet die Netze und den Geldbeutel der Energiekunden. Denn eines ist sicher: Energie wird in Zukunft teurer werden.

Auch die Bundesnetzagentur (BnetzA) hat sich nun diesem Thema angenommen: In einem neuen Eckpunktepapier spricht sich die BNetzA für die strikte Trennung von reguliertem Netzbereich („Smart Grid“) und wettbewerblich organisiertem Markt („Smart Market“) im Bereich zukünftiger intelligenter Energiesysteme („Smart Energy“) aus. Hintergrund ist das mit der Energiewende gesteckte Ziel der Reduzierung der CO2-Emissionen und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, der zukünftig nur mit intelligenten Energiesystemen zu schaffen ist.

Insbesondere die Klarstellung, das intelligente Zähler dem Markt zuzuordnen sind und nicht dem regulierten Netzbereich, ist ein wichtiger Schritt. Das Bekenntnis zu mehr Markt und Smart Meter nicht der Dominanz des monopolistischen Umfelds des Netzbetriebes zu überlassen, ist ein positives Signal für die Verbraucher: Denn allein ein staatlich verordneter intelligenter Zähler, der vom Netzbetreiber installiert wird, ist noch kein Garant für Effizienzsteigerungen. Erst eine umfassende Aufklärung durch gezielte Informationen, eine gute Beratung und die entsprechenden Angebote geben dem Verbraucher die Handlungskompetenz und damit Wahlfreiheit. Und das kann nur ein funktionierender Wettbewerb bringen – auch in Zukunft.

Themenserie „Im Blickpunkt Öko“
Teil IV: Welche Zertifikate für Ökostrom gibt es?

Eine Garantie für eine physische Stromversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ist nur schwer möglich. Denn etwas vereinfacht lässt sich der Strommarkt als ein großer See darstellen. Verschiedene Stromerzeuger sorgen für den Zufluss und die Stromverbraucher für den Abfluss aus dem Stromsee. Den Strom unterscheiden kann man also nur bei der Einspeisung und nicht bei der Entnahme. Um den Zufluss von sauberer Energie aus regenerativen Energiequellen in den Stromsee sicher zu stellen, sind Zertifikate notwendig. In Deutschland wurden vier Gütesiegel entwickelt, da es in Europa und Deutschland noch keine eindeutige Kriterienliste zur Überprüfung von Ökostrom gibt.

Das RECS-Zertifikat ist ein europäisches Handelssystem, das die Herkunft einer Strommenge aus erneuerbaren Energiequellen garantiert. Es ist das einzige funktionierende System für den internationalen Handel von Herkunftsnachweisen. Ein RECS-Zertifikat belegt, dass eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. Da diese Zertifikate ausnahmslos den Anforderungen an Herkunftsnachweisen (GoO’s) entsprechen, können sie als Grundlage für das OK-Power Label, sowie verschiedene TÜV-Label verwendet werden. Da die Kosten von RECS-Zertifikaten vom Alter der Kraftwerksanlagen abhängen, werden Betreiber von Neuanlagen besonders gefördert.

Das OK-Power-Label garantiert neben der Belieferung mit Strom aus regenerativen Quellen zusätzliche Investitionen des Stromanbieters in neue Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen. RECS-Zertifikate sind für das Label zugelassen, ein Anteil von maximal 50 Prozent Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung mit fossilen Brennstoffen ist möglich. Das OK-Power-Label wird von EnergieVision e.V. vergeben. Vereinsmitglieder sind unter anderem der WWF Deutschland, das Öko-Institut e.V. und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Auch die einzelnen Gesellschaften des TÜV (z.B. Nord/Rheinland/Süd) zertifizieren Ökostrom. Dabei gelten unterschiedliche Prüfkriterien. Es ist möglich, einen Stromtarif lediglich als kohle- und atomstromfrei zertifizieren zu lassen. Strengere Prüfsiegel verlangen dagegen auch einen Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromlieferungen ausschließlich aus regenerativen Energiequellen. Die Qualität eines Ökostromtarifes mit TÜV-Siegel ist daher nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Kunden müssen dazu das dazugehörige Zertifikat einsehen oder die Prüfkriterien erfragen.

Das Grüner-Strom-Label ist ein Ökostrom-Gütesiegel, das vom gleichnamigen Verein vergeben wird. Verlangt wird eine Belieferung mit Strom, der vollständig aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Durch Zusatzkriterien für Photovoltaik und Biomasse wird sichergestellt, dass Ackerflächen für Nahrungsmittel nicht für die Energieerzeugung genutzt werden. Außerdem verpflichten sich die Stromanbieter, einen Teil des Strompreises für die Förderung neuer Öko-Kraftwerke zu verwenden – in der Regel einen Cent pro Kilowattstunde.

meistro und...
die neuen Strom Economico Produkt- und Preisblätter

Der Energiemarkt befindet sich derzeit in einer Phase grundlegender Veränderung. Die von der Bundesregierung eingeleitete Energiewende erfordert gesetzlich, regulatorische und auch wirtschaftliche Anpassungen, auf die die Marktteilnehmer reagieren müssen.

Ein Beispiel sind die Netzentgelte für die Durchleitung der Energie. Die Netze sind der Flaschenhals im Energiesystem und die Höhe der Kosten für Betrieb, Wartung und Ausbau ein fortwährender Diskussionspunkt zwischen Netzbetreiber, Energieversorger und Gesetzgeber. Die Folge sind Preisanpassungen der Netzbetreiber gegenüber den Energieversorgern. Hinzu kommen neue Abgabeverordnungen wie z.B. die neue Umlage nach § 19 Abs. 2 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV).

Um maximale Transparenz zu erreichen, weist meistro in den neuen Strom Economico Produkt- und Preisblättern für Kunden mit einem Jahresverbrauch von weniger als 100.000 kWh neben den Netzentgelten auch den Energiepreis, sowie alle weiteren Steuern und Abgaben aus. Diese Abgaben werden zukünftig 1:1 an den Kunden weitergereicht. Dieses System ist bisher nur im Sondervertragswesen (i.d.R Jahresverbräuche über 100.000 kWh mit registrierender Leistungsmessung) üblich.

Folgende Vorteile bieten sich mit dieser Änderung für den Kunden:

  1. Ein Risikozuschlag fällt grundsätzlich weg, was die Energiepreise senkt.
  2. Der Kunde hat die Chance von sinkenden Netzentgelten zu profitieren und dadurch die Energiekosten weiter zu senken.
  3. Der Kunde kann genau sehen, wie sich seine Energierechnung zusammensetzt und erhält eine größere Preistransparenz.

meistro macht Energie transparent, damit Sie noch besser informiert sind.

Ihr Ansprechpartner:
Michael Koch, Leiter Kommunikation, michael.koch@meistro.de

meistro Energie GmbH, Nürnberger Straße 58, 85055 Ingolstadt, kontakt@meistro.de, Telefon: 0841 65700-0; Vertretungsberechtigter Geschäftsführer: Mike Frank; Handelsregister B Ingolstadt; Registernummer HRB 4289; Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 10 Absatz 3 MDStV: Mike Frank.

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