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Benjamin Disraeli (1804–1881)

Häufige Fragen: Liberalisierung des Strom- und Erdgasmarktes

Worin besteht das Ziel der „Liberalisierung des Strommarktes“?

Die Liberalisierung der Energiemärkte verfolgt das Ziel eines europaweiten Wettbewerbs in der Strom- und Gaserzeugung bzw. deren Weiterverkauf und Import. Bislang lagen die Erzeugung, Übertragung und Verteilung des Stroms in einer Hand, also bei einzeln integrierten Verbundunternehmen. Nach dem Gesetz zur Neuregelung der Energiewirtschaft (April 1998) müssen Erzeugung, Übertragung und Verteilung wirtschaftlich getrennt wahrgenommen werden (das sogenannte „Unbundling“). Die traditionellen Versorgungsunternehmen müssen ihre verschiedenen Bereiche in Einzelgesellschaften überführen.

Der Wettbewerb im Strommarkt findet jetzt in den Segmenten Erzeugung, Handel und Vertrieb statt. Transport und Verteilung des Stroms liegen als natürliche Monopole nach wie vor in der Hand monopolistisch agierender Energieriesen. Die Netze werden aber staatlich reguliert. Die staatlich regulierten Übertragungs- und Verteilnetzentgelte machen rund ein Drittel der Strompreise aus (Quelle: BDEW, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft).

Warum profitiert der Kunde von der Liberalisierung des Strommarktes?

Vor 1998 lagen die Erzeugung, Übertragung und Verteilung des Stroms in einer Hand. Das bedeutet im Klartext: Einzelne Unternehmen hatten über große Regionen hinweg ein Monopol auf das gesamte Stromgeschäft. Es gab nahezu keinen Wettbewerb. Aufgrund der Liberalisierung sorgen neue Marktteilnehmer seither für einen starken Wettbewerb. Und in Märkten, in denen zuvor ein Monopol herrschte, zieht Wettbewerb sinkende Preise nach sich.

Wie ist der Stand der Liberalisierung in Deutschland?

Seit 1998 haben Verbraucher praktisch die Freiheit, sich den gewünschten Stromversorger auszusuchen. In der Praxis setzen sich viele Verbraucher aber mit dem Thema ungern auseinander, weil sie bei einem Wechsel beispielsweise befürchten, dass in der Stromversorgung eine Lücke entstehen könnte. Diese Sorge ist aber gänzlich unbegründet. Die Wechselquote in Deutschland liegt laut dem Monitoringbericht 2006 der Bundesnetzagentur im Bereich der Haushalts- und Kleingewerbekunden bei 2,2 % pro Jahr, bei Großkunden zwischen 10 und 11 % (Quelle: Monitoringbericht 2006 Bundesnetzagentur). Dabei zahlen deutsche Stromkunden rund 30 % mehr als private und gewerbliche Kunden in Großbritannien und sogar doppelt so viel wie in der Schweiz (Quelle: Bundesverband der Verbraucherzentralen). Dort ist die Liberalisierung der Strommärkte im Vergleich zu Deutschland bereits deutlich weiter fortgeschritten.

Warum schreitet die Liberalisierung in Deutschland langsamer voran, als es möglich wäre?

Der Erfolg der Liberalisierung des Strommarktes hängt zu einem beträchtlichen Teil von der Senkung der Durchleitungsgebühren ab. Dagegen wehren sich die großen Netzbetreiber in Deutschland noch immer – aus einem einfachen Grund: Bislang haben sie gut an diesen Gebühren verdient.

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